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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege und Feldzüge Tiinur-Leng's oder Tamerlan's (13591405). 825

1404 befahl er den Emirs der Ulusse und den Regenten der Provinzen, dieTruppen auszurüsten, und an den bestimmten Stellen zusammenzuziehen,mit der vorgeschriebenen Bewaffnung und den erforderlichen Kriegs-Vor-räthen. Als allgemeiner Sammelpunkt des Heeres warTaschkend bestimmt.Für den Zug nach China hielt Timur 20000 Mann Fussvolk und Reite-rei, aber auserlesene Truppen, ausreichend. Für den Winter wurde derrechte Flügel in Taschkend, Scharukhie (dem früheren Phenakent, dasauf Befehl Dschingis-Khan's zerstört worden war) und Seiramuntergebracht, der linke in Jassa und Sabran. Timur selbst mit denübrigen Truppen hatte sich vorgenommen den Winter in Otrar und Um-gegend zuzubringen.

Sehe reff-Eddin erzählt, dass Timur äusserst genaue Nach-richten über die Beschaffenheit des Landes und der Wege, welche nachChina führten, in allen möglichen auf den Marsch von Truppen bezüg-lichen Hinsichten besass, aber in seiner Lebens-Beschreibung Ti-mur's giebt er diese Nachrichten nicht wieder und ebensowenig dieRichtung von Timur's Zuge nach China. Wenn man nur aus der ur-sprünglichen Aufstellung der Truppen von Taschkend bis Otrar Schlüsseziehen darf, so ergiebt sich, dass Timur bis Aschir wahrscheinlichlediglich Truppen des rechten Flügels aus Taschkend zu schicken beab-sichtigte , von wo sie über Kaschghar auf Aksu, Kutschi, Bugur mar-schiren und nach vorhergehender Besetzung von Aschir sich bis zumEintreffen der Haupt-Kräfte hier behaupten konnten. Timur selbstwollte vielleicht mit den schweren Fahrzeugen von Otrar auf Kuldshaund von da in dem Thal des Flusses Juldus auf die Süd-Seite der Lecl-jany-Berge rücken. Der Weg von Samarkand oder Taschkend nachKasckgar, den neueren Forschungen nach zu urtheilen, konnte von Ti-mur's Truppen nicht eingeschlagen werden, weil die Pässe über dieGebirge Bolor-Tag und Muz-Tag so eng und beschwerlich sind, dass so-gar beladene Kameele sie nicht passiren können und die Karawanen dortnur mit Saum-Pferden gehen, Timur aber ungeheure Fahrzeuge undTross mit sich führte.

Interessant sind alle die von Timur frühzeitig und mit ausseror-dentlicher Umsicht getroffenen Anordnungen, welche bezweckten, dassseine Truppen während dieses ganzen Zuges stets und unbedingt mitallem Erforderlichen versorgt wären und niemals an irgend Etwas Man-gel eintrete. So, um ihnen die bequemste Gelegenheit zu geben, allesNöthige beim Zuge zu kaufen, lud er in die Orte des Winteraufenthaltesder Truppen Kaufleute mit den verschiedensten Waaren ein, er selbstkaufte bei ihnen Pferde zu tausenden und versorgte damit wie mit allenübrigen Feldzugsbedürfnissen und Waffen die ärmeren Soldaten. DenTruppenbefehlshabern befahl er die eingehendsten Erkundigungen über