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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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§24 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj übrigen Kriege etc.

einem Zuge gegen China zu rüsten, welchen er übrigens schon langeplante, schon vor dem Zuge nach Indien, und schon seit mehre-ren Jahren allmählich vorbereitete. Weder sein vorgerücktes Alter, nochdie 3000 Werst beschwerlichen Marsches durch die Steppe, noch das Ge-fahrvolle des Unternehmens hielten diesen asiatischen Eroberer zurück,welcher vollkommen in die Fusstapfen Dschingis-Khan's trat.

Da eine der Hauptschwierigkeiten des Zuges nach China in demMangel an Lebensmitteln in den Steppen lag, so befahl Timur schonim Jahre 1397 die Bevölkerung in der Grenzstadt Aschir (Kharaschar),auf der Hauptstrasse von Kaschghar nach China zu vermehren, mehreretausend Familien mit 40000 Pferden dorthin zu schicken, Ackerbau undHandel dort zu erweitern, eine Festung zu bauen, in derselben eine mög-lichst grosse Menge von Proviantvorräthen anzuhäufen, mit einem Wort aus Kharaschar einen wichtigen und starken Magazin- und Stutz-punkt der Operations-Basis für seine Aktion gegen China zu machen*).

Inzwischen hatte Timur zur Unterwerfung der West-Mongolei undder Länder an den nordwestlichen Grenzen China's an dem nördlichenWege von Samarkand nach China, und wahrscheinlich um das Land unddie Wege nach China besser kennen zu lernen, auch wohl um sich An-hänger in der Mongolei zu erwerben, bereits mehrere Jahre vor demgeplanten Zuge nach China einen seiner Feldherren in diese Länder ge-schickt, welcher auch den ihm gewordenen Auftrag ausführte.

Vor seinem Aufbruch zu diesem in weite Ferne führenden und be-schwerlichen Feldzuge berief Timur, welcher nach seiner Gewohnheitdie Geister zu Gunsten dieses Unternehmens zu stimmen wünschte, imJahre 1404 unter dem Vorwande der Hochzeit von einigen seiner Enkel,in Samarkand die Regenten der Provinzen, die Oberbefehlshaber derTruppen, die Scherifs und Grosswürdenträger zusammen und hielt in-mitten der Vermählungs-Festlichkeiten und Gastmähler einen grossenKuriltai (Reichstag) ab. Auf diesem sprach er den Wunsch aus »die mu-hammedanische Religion in China zu verbreiten« und verstand alle Köpfederartig für einen Feldzug nach China zu erwärmen. dass dieser ohneWiderspruch beschlossen wurde und der Krieg gegen China sogar »derheilige« genannt wurde.

Lange und langsam seine Pläne durchdenkend, setzte Timur, wenner sie einmal endgültig gefasst hatte, sie mit ausserordentlicher Schnel-ligkeit und Thätigkeit in Ausführung. Schon im Dezember desselben Jahres

*) In dem Werke Iwanin's finden sich (in der Anmerkung S. 23234) interes-sante und ausführliche Angaben über die Marschroute von Samarkand bis Peking, nach Seh er eff-Eddin, sowie von Kohhand bis Thai-jüan nach J a k i n t hund nach offiziellen chinesischen Nachrichten!