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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege und Feldzüge Tinmr-Leng's oder Tamerlan's (13591405). 811

Rücken waren Thünne befestigt mit Bogenschützen, welche grosse undkleine Bogen führten. Neben den Elephanten gingen die Schleuderermit handlichen Töpfen voll Feuer (wahrscheinlich griechischem oderunlöschbarem) und voll brennendem Harz oder Naphta, und mit Kaketenmit eisernen Spitzen, welche nach Schereff-Eddin's Wortenwenn sie zur Erde fielen, eine Menge Stiche versetzten. Diese Zünd-stoffe und Feuer schleudernden Maschinen und Vorrichtungen, seit Altersim Orient bekannt und im Gebrauch ersetzten noch die ihm damals un-bekannten und nicht verwendeten neueren europäischen Feuerwaffen,Pulver und Munition. Aber diese Feuer schleudernden Maschinen Mah-mud's waren für Timur's Truppen nicht so furchtbarwie die Elephanten,welche von ihnen für durch menschliche Kräfte und Mittel unüberwind-liche Wesen gehalten wurden. Timur aber traf bei Zeiten Maassregeln,um ihre unnütze Furcht zu zerstreuen und die Elephanten ungefährlichund sogar unschädlich zu machen. Er Hess lange eiserne Haken mitSpitzen anfertigen, welche zwischen die Fasse der Elephanten geworfenwerden sollten; um sie zu scheuchen und in Verwirrung zu bringen be-fahl er die Büffel gegen sie loszulassen (nach anderen NachrichtenKameele) mit an ihren Köpfen und Seiten befestigten und in Brand ge-setzten stachlichten Aesten und Strohbündeln, seine Truppen aberwies er an, mit Pfeilen, Piken und Schwertern die Rüssel der Elephantenzu verwunden, nicht aber ihren Leib zu treffen, der durch seine dickeHaut und die dicken Hüllen unverwundbar sei. Mit einem Wort, erwendete gegen die Kriegs-Elephanten dieselben oder doch ähnlicheMittel an, wie sie im Alterthum in Ost und West, besonders von Hannibalund den Römern angewendet werden waren, und wie damals so hattenauch jetzt diese Mittel den gewünschten Erfolg.

Mahmud, aus Delhi ausgerückt, stellte sein Heer in Schlacht-Ordnung auf, mit der einfachen Theilung in Centrum und zwei Flügel,vor denselben in einer Linie die Elephanten. Timur dagegen formirtesein Heer wie gewöhnlich in zwei Linien und Reserve (die beste Auf-stellung , welche auch von allen den besten Feldherren des Alterthumsangewendet wurde). Die Schlacht begann auf beiden Flügeln. Nachheftigem Kampfe, in welcher der Regent der Stadt Delhi, Sehach-Mansur, bis zur Reserve Timur's durchgestossen hatte, dann abervon einem der Söhne Timur's abgewehrt wurde und fiel, gelangesden Truppen des Letzteren, welche gegen die Elephanten in der ange-gebenen Weise kämpften, diese endlich gegen beide Flügel ihres eige-nen Heeres zurückzutreiben, welche durch sie nun in Unordnung undVerwirrung gebracht wurden. Timur zog sofort davon Nutzen, indemer die Mitte seines Heeres vorführte, sich mit derselben in die Linie derElephanten drängte, von welchen ein grosser Theil getödtet wurde, und