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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege und Feldzüge Tinmr-Leng's oder Tamerlan's (13591405), 799

regelmässige Verfassung, führte die beste Ordnung ein, versorgte es mitPferden (was erforderlich war), gab den unvermögenden Kriegern Waffen,Kleidung und Geld, um sich Alles beschaffen zu können, was sie zumFeldzuge gebrauchten, ferner befahl er, dass jeder Soldat zum Feldzugeeinen Bogen, Köcher mit 30 Pfeilen und die übrigen bestimmten Waffenhaben sollte; dass je zwei Mann ein Vorrathspferd, je zehn Mann eineKibitke*), zwei Schaufeln, zwei Hacken, eine Sense (in Form einer gra-den Sichel), Säge, Axt, Pfrieme, 100 Nadeln, eine vorgeschriebene An-zahl von Stricken, Gewichte, Ochsenhäute (vielleicht auch Schläuche fürWasser oder zum Ueberziehen der Schilde) und Kessel mitnehmensollten. Für die Zeit des Feldzuges waren für jeden Krieger (nach C ha r-moy's Meinung) monatlich 25 bis 26 Pfund Mehl bestimmt. Unter denLebensmittel-Vorräthen befand sich wahrscheinlich auchKrut,derin Mittel-Asien so sehr beliebte trockene Käse. Um sich mit Wasser zuversorgen, hatten sie jedenfalls Tursuki (Schläuche), ausserdem wahr-scheinlich auch Dreifüsse, Haken und Schlingen, unerlässliche Ge-genstände für Steppenwanderungen. Am 19. Januar 1391, vor dem Aus-rücken ins Feld, hielt T i m u r eine eingehende Besichtigung über dasHeer ab, erklärte dem Uluss-Dshutschi (der Goldenen Horde) denKrieg, theilte sein Heer in Colonnen, ernannte für jede derselben Jurt-dshi (Colonnenführer), und zog dann in mehreren Colonnen. behufsbesserer Verpflegung, zu Felde.

Das Heer schlug die Richtung auf die Städte Jassa, Karautscha (?),Sairam, Saruk-Usek (wahrscheinlich am Flusse Sary-Sy) und dann zudem Westabhange der Gebirge Kitschik-Tau und Ulu-Tau ein. Hiergab Timur dem Heere Ruhe, inmitten von vortrefflichen Weiden undGebirgs-Flüsschen. Dies war nöthig, denn bei dem Zuge durch dieHunger- (Golodna) Steppe waren die Pferde ausgemergelt und berunter-gekommen. Wahrscheinlich war deshalb bei dieser Gelegenheit dort einTheil der Proviant-Vorräthe zurückgelassen worden, denn etwas spätertrat Mangel an Lebensmitteln ein. Doch das hielt Timur nicht auf, ersetzte den Zug nach Norden fort. Nachdem er den Fluss Ilandshik(Uljkjan-Dshilantschik) überschritten, wendete er sich zu der Weide-stelle Apakaragui (vermuthlich der heutige Prikas Aman-Karagai, dennhier befindet sich am Abuga-Fluss eine vorzügliche Weide).

Nach dreimonatlichem Zuge durch die Steppen, Ende April, beganndem Heere Timur' s der Proviant auszugehen, deshalb traf Timur fol-gende Anordnungen; Jedem im Heere ohne Ausnahme wurde bei An-drohung strenger Strafe verboten, reichliche Mahlzeiten zu halten, dasQuantum der täglichen Nahrung vermindert, und befohlen, dass die

*] Zelt der Nomaden. Anm. d. Uebers.