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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Türken. 779

An den Grenzen aber der Türkei und Oesterreichs kamen nachwie vor vereinzelte Kriegs-Aktionen vor, in welchen sich besondersAljp-Arslan-Pascha und der ungarische Graf Zriny auszeich-neten. Die türkischen Admirale fuhren fort Schrecken auf dem mittel-ländischen , rothen und indischen Meere zu verbreiten, namentlich derberühmte Dragut, welcher Tripolis eroberte, die spanischen, sicilia-nischen und neapolitanischen Küsten verheerte, und die Flotten derChristen zu mehreren Malen schlug. Piri-Eeiss und Sidi-Ali voll-führten Eroberungen an den Küsten von Arabien, Persien und Indien,nahmen Moskat, besiegten die portugiesischen Flotten und nahmen eineungeheure Beute weg.

Bald danach überredete Ferdinand den Sohn Zapolya's, Jo-hann Sigismund, auf seine Ansprüche auf Ungarn und Transsyl-vanien zu verzichten, indem er ihn dafür mit den FtirstenthümemQppeln und Radibor in Schlesien entschädigte. Uebrigens erlangte erdadurch nur das Recht auf die Herrschaft in Ungarn und Transsylva-nien, aber nicht die wirkliche Herrschaft daselbst. Als im Jahre 1562Suleiman, mit den inneren Unruhen in der Türkei beschäftigt, in denFrieden mit Ferdinand einwilligte, nach welchem Jeder seine Ero-berungen behalten sollte, war Ferdinand nicht nur gezwungen derTürkei alle ihre Eroberungen in Ungarn zu belassen, sondern auch fürden Theil von Ungarn, welchen er 'für sich behielt, an sie einen Tributvon 30000 Ducaten zu zahlen. So standen die Dinge zwischen Oester-reich und der Türkei, als am 25. Juni 1564 Ferdinand starb und dreiSöhne hinterliess, unter welche er die österreichischen Erblande ver-teilte. Der Aelteste von diesen, Maximilian, römischer König,folgte in der Kaiserwürde, erhielt das Erzherzogthum Oesterreich. Böh-men und Ungarn, Ferdinand Tyrol und die früheren oesterreichi-schen Besitzungen, Karl Steyermark, Kärnthen und Krain. Kaumwar Maximilian auf den Thron gestiegen, so wurde er auch schon ineinen Krieg mit den Türken verwickelt, weil Johann Sigismundseine Ansprüche auf Ungarn erneuerte und mit Hülfe der Türken Oe-sterreich den Krieg erklärte.

Inzwischen führte die lange gehegte Absicht Suleiman's, denfür die Türkei gefährlichen Ritter-Orden Sanct Johannes' von Jerusalemvollkommen aus dem Mittelländischen Meere zu verdrängen, welchernach seiner Vertreibung von der Insel Rhodos sich auf Malta niederge-lassen hatte, im Jahre 1565 zu einer Expedition Suleiman's gegenMalta, welche jedoch sehr unglücklich ablief. Sie kostete Dragut dasLeben, die Türken verloren an 20000 Mann und ihre Flotte kehrte voll-ständig geschlagen zurück.

In dem folgenden Jahre, 1566, nahm der 76jährige Suleiman