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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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778
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778 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

In diesem Feldzuge, wie auch in dem Ersten, unterwarf Suleimandie Hauptstadt und den westlichen Theil von Persien, dann kehrteer krankheitshalber nach Konstantinopel zurück, seine Feldherren abervollendeten die Unterwerfung von Grusien und von Ost-Armenien.

Neue Unruhen in Ungarn zwangen Suleiman, 80000 Mann dorthinzu schicken, welche Temesvar nahmen.

Im Jahre 1553 unternahm Suleiman den dritten Zug nach Persien,ausser der Aussaugung und Verheerung des Landes erreichte er aberkeine wichtigeren Erfolge. Endlich ermüdeten diese beschwerlichenZüge, bei welchem die Perser immer dem Kampfe im offenen Felde aus-wichen, Suleiman, welcher die Friedens-Anerbietungen Thamasp-Kuli-Khan's annehmend mit diesem am 29. Mai 1554 zu AmasiaFrieden schloss. Der Schah trat ihm Bagdad, Grusien und das östlicheArmenien ab, Suleiman versprach dagegen die persischen Grenzennicht zu überschreiten und jeden Anlass zu Streitigkeiten und Feind-seligkeiten zu vermeiden.

So hielt also Oesterreich in Europa und Persien in Asien die Aus-dehnung der türkischen Eroberungen nach Norden wie nach Südosten auf,und die von Suleiman eroberten Städte Belgrad und Bagdad bildetendie äussersten Grenzen des türkischen Reiches in Europa und Asien.

Der Friede aber mit Oesterreich wurde von beiden Seiten häufig ge-stört, durch Einfälle einzelner Corps in die Grenzen Ungarns resp. derTürkei, durch Versuche sowohl Ferdinand's wie Suleiman's ihreHerrschaft Einer auf Kosten des Anderen zu erweitern, und durch dieIntriguenJ.es Regenten des Fürstenthums Siebenbürgen, Bischofs Mar-tinuzza, weicheres bald mit Oesterreich bald mit der Türkei hielt,nur um seine Stellung als Regent zu behaupten. Nachdem dieser end-lich auf Ferdinand's Befehl ermordet worden, drang Suleiman1551 in Unter-Ungarn ein, blokirte und nahm Temesvar. welches sichjedoch erst nach blutigem Kampfe ergab; die Festung Erlau aber wi-derstand den Türken aufs Tapferste.

Inzwischen rief die, in Folge der Ränke und des Einflusses der hin-terlistigen und herrschsüchtigen Gemahlin Suleiman's, Roxolane,welche ihrem Sohne S e 1 i m den Thron zusichern wollte, von Suleimanveranlasste Ermordung seines Sohnes und Nachfolgers, des tugendhaftenMustapha, seit 1559 das Auftreten erst eines, dann auch andererPseudo-Mustapha's hervor, welche nicht ohne Mühe überwundenwerden konnten, und zu Bürgerkriegen zwischen den Söhnen Sulei-man's, Selim und Bajazid, führten. Der Letztere, bei Konia be-siegt, suchte Rettung beim Schah von Persien, wurde aber von diesemauf Suleiman's Betreiben ausgeliefert und nebst seinen vier Söhnenenthauptet.