Kriege der Türken. 777
Italien aus. Seine Kriegsthaten und Erfolge zerstörten die 35jälirigenfreundlichen Beziehungen zwischen Venedig und der Türkei und führtenzum Kriege. Ein Angriff der Türken im Jahre 1537 auf die Insel Korfuund Napoli-di-Komagna wurde abgeschlagen, in Dalmatien aber mach-ten die Türken einige Eroberungen und nahmen einige Inseln des Archi-pelagus weg. Zur selben Zeit, mitten im Frieden mit Ferdinand,fielen sie von Neuem in Ungarn ein und erfochten daselbst am 1. No-vember 1537 einen Sieg über den österreichischen Feldherrn Kazia-nery, sonst aber erlangten sie keine wichtigen Resultate. Auch derFeldzug des Jahres 1538 in der Moldau zeichnete sich durch Nichts vonBelang aus, zur See aber gewann Barbarossa am 28. September 1538beiPrevesa einen Sieg über die vereinigte spanische, päpstlicbe, und ve-netianische Flotte, und im Juli 1539 war Venedig gezwungen, einenFrieden unter für die Türkei günstigen Bedingungen zu schliessen: estrat ihr einen Theil vonMorea, die Küsten von Dalmatien, und die Inselndes Archipelagus ab.
Wichtiger waren die See-Expeditionen des Statthalters von Aegyp-ten im rothen Meere und besonders im indischen Ozean. Er eroberteeinen grossen Theil von Arabien und belagerte die portugiesischeFestung Diu in Indien, ohne sie jedoch einnehmen zu können.
Im Jahre 1540 starb JohannZapolya und sein 14 Tage vorher ge-borener Sohn JohannSigismund wurde zum König von Ungarn ausge-rufen unter dem Schutze von Suleiman, welcher ihm als Grund undBoden nur das Fürstenthum Siebenbürgen überliess. Er selbst erschien1541 in Ungarn, bemächtigte sich Ofen's, und wollte, nachdem er sichdie eine Hälfte von Ungarn botmässig gemacht hatte, nun auch noch dieandere Hälfte für sich gewinnen. Dies kam Ferdinand zu statten in-sofern, als die Ungarn es für besser hielten, sich mit ihm zu vereinigen,als sich den Türken zu unterwerfen. Das Glück aber begünstigte dieLetzteren überall, in Ungarn, im Mittelmeere und an dessen Küsten. InUngarn stellte sich eine kaiserliche, aus Deutschen. Italienern und Un-garn bestehende Armee unter dem Kurfürsten Joachim von Branden-burg im Jahre 1452 den Türken entgegen, aber ohne Erfolg. Suleim annahm 1453 Fünfkirchen, Gran, Stuhlweissenburg, und endlich wurde imJahre 1547 ein Waffenstillstand auf fünf Jahre geschlossen, nach wel-chem Ungarn jährlich an die Türkei 50000 Dukaten als Tribut zahlensollte. Eine Expedition Karl's V. zur See hatte keinen Erfolg.
Im Jahre 1548 unternahm Suleiman den zweiten Feldzug nachPersien, sowohl zur Befestigung der dort gemachten Eroberungen und inFolge der herrschsüchtigen Pläne Elkass-Mirza, Bruders vonThamasp-Kuli-Khan, als auch in Folge eines Aufstands der Janit-scharen, der er es nöthig machte, sie durch einen Krieg zu beschäftigen.