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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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776 HI- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

die nach der Insel Malta übergesiedelten Johanniter-Ritter. Schon imJahre 1532 unternahm Suleiman znm Schutze Zapolya's gegen Fer-dinand von Oesterreich, welcher mit seinem Bruder, dem deutschenKaiser Karl V. , und mit Frankreich verbündet war, einen neuen Feldzug.Aber auch hier begünstigte das Glück Suleiman nicht: bei Günzstiess er auf lebhaften und unerwarteten Widerstand, aber der kaiser-liche Admiral, der berühmte Andrea Doria eroberte die wichtigeFestung nebst Hafen Koron in Griechenland und verwüstete die Küstendieses Landes. Im November kehrte Suleiman ohne Erfolge nachKonstantinopel zurück und schloss, da er beabsichtigte seine Hauptkräftegegen Persien zu kehren, im Jahre 1533 mit Ferdinand einen Frieden,indem er ihm den nicht eroberten Theil von Ungarn abtrat, aber daraufbestand, dass das Uebrige für Zapolya gesichert bleibe.

Veranlassung zu dem Kriege gegen Persien waren: der gegensei-tige Religionshass der Türken und Perser, die zunehmende Macht derpersischen Regentendynastie Sofi's, deren Haupt damals der in derGeschichte so berühmte Schah T h a m a s p - K u 1 i - K h a n war, der Abfalldes persischen Statthalters von Bagdad vom Schah, und die durch ihnerfolgte Anerkennung der Ober-Herrschaft Suleiman's. Die Perserhatten Bagdad der Herrschaft des Khans wieder unterworfen, Sulei-man aber, der Bagdad als sein Eigenthum ansah, unternahm im Herbst

1533 einen Zug nach; Persien. Sein Gross-Vezier Ibrahim erstürmtedie persischen Festungen Ardshisch, Adilsschuwat, Achlat und Wan. Aufdiese Weise war der Weg in das Innere von Persien erschlossen. DiePerser, noch nicht im Besitz von Feuerwaffen und Geschützen und ihrerNiederlage bei Tschaldiran eingedenk, vermieden einen Kampf mit denTürken und überlieferten ihnen die Hauptstadt von Persien Tebris (Tau-ris). Die Türken besetzten dieselbe zum zweiten Male am 13. Juni 1534,am 27. September zog Suleiman selber im Triumph dort ein. Von dazog er trotz der späten Herbstzeit auf Bagdad, verlor auf dem sehr be-schwerlichen Wege dahin eine Menge Menschen und Fahrzeuge, erreichteaber Bagdad, das sich ihm am letzten Tage dieses Jahres ergab. Hierüberwinterte er, ordnete die Verwaltung der unterworfenen persischenProvinzen, und kehrte dann 1535 nach Konstantinopel zurück.

Während dessen hatte sein Kapudan-Pascha (Ober-Admiral) Chai-reddin, in der Geschichte unter dem Namen Barbarossa (Rothbart)bekannt, im Jahre 1533 den Spaniern Koron entrissen und beunruhigte

1534 die Küsten von Italien und die Inseln des mittelländischen Meeres,nahm auch Tunis. Der Beherrscher von Tunis. Mulei-Hassan. batKarl V. um Hülfe, und eine Expedition des Letzteren hatte das Resul-tat, dass Tunis den Türken entrissen wurde. Barbarossa setzte sichdafür in Algier fest und führte räuberische Landungen in Spanien und