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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Türken. 775

die Türken zum ersten Male Bomben warfen und zum ersten Male Contre-minen angelegt wurden, durch Verrath bezwungen.

Im Jahre 1524 wurde Achmed-Pascha, der Statthalter vonAegypten, welcher sich empört und den Titel Sultan angenommen hatte,von dem dem Suleiman treuen Muh am med zur Ruhe gebracht. EinAufruhr der Janitscharen in Konstantinopel im Jahre 1525 wurde durchGeldmittel beigelegt und gab den Anlass zu einem neuen Kriege gegenUngarn, um diesem aufrührerischen Truppen-Corps Beschäftigung zuschaffen. Die Beleidigung der türkischen Gesandten durch die Ungarn gabden erwünschten Vorwand dazu. Am 23. April 1526 brach Suleimanaus Konstantinopel mit 10000Ü Mann und 300 Geschützen auf, schonam 27. Juli wurde Peterwardein genommen, am 29. August ein berühm-ter Sieg in der Schlacht bei Mohacz erfochten, in welcher der jugend-liche König Ludwig von Ungarn mit einem grossen Theile seines Hee-res fiel. Am 10. September ergaben sich Pesth und Buda (Ofen), unddas ganze Land zwischen Donau und Platten-See nebst unermesslicherBeute fiel den Türken anheim. Jaitscha undBanja, die Haupt-Festun-gen von Bosnien, und viele slavonische, kroatische und dalmatischeSchlösser wurden von den türkischen Pascha's eingenommen.

Ein neuer Aufstand in Cilicien, Karamanien und andern OrtenKlein-Asiens rief Suleiman von Ungarn nach Konstantinopel zurück,am 22. Juli 1527 wurden die Empörer bei Baschfera geschlagen und imFrühjahr 1528 durch den Grossvezier Ibrahim vollkommen über-wältigt.

Hierauf rüstete sich noch im selben Jahre 1528 Suleiman zu einemneuen, dritten Feldzuge nach Ungarn. Anlass dazu war: der StreitFerdinand's von Oesterreich mit Johann Zapolya, Banus vonSiebenbürgen, um den Thron von Ungarn, aufweichen Zapolya's An-hänger diesen gewählt hatten, der nun Suleiman zu Hülfe rief. Su-leiman sagte Zapolya seine Hülfe zu, unter der Bedingung, dass Un-garn sich von der Türkei lehnsabhängig anerkenne; die Friedens-Vorschläge Ferdinand's verwarf er, brach am 10. Mai 1529 mit einemzahlreichen Heere ans Konstantinopel nach Slavonien auf, ging nichtohne Mühe über Morave, Save, Drave, vereinte sich bei Mohacz mit Za-polya, bemächtigte sich am 3. September Ofen's, und bestätigte da-selbst Zapolya als König von Ungarn. Von Ofen marschirte er mit120000 Türken auf Wien, das er am 27. September belagerte, aber ohneErfolg. Unter einer Einbusse von circa 40000 Mann war er genöthigtdie Belagerung aufzuheben und verheerte nun Steyermark aus Rache fürjenes fehlgeschlagene Unternehmen aufs Schrecklichste.

Die nächsten beiden Jahre, 153031, vergingen mit Angelegenhei-ten innerer Organisation und in unbedeutenden Kriegsoperationen gegen

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