772 III- Vou Einführung der Feuerwaffen bis zum clreissigjäkrigen Kriege etc.
Jahres durch die Wüste nach Aegypten. Inzwischen hatten die Mame-luken in Kairo nach langen Schwierigkeiten bei der Wahl eines Sultanseinen von ihren tapfersten und rechtschaffensten Feldherren. Tumanb ai,gewählt.
Anfang 1517 zog Selim durch Palästina nach Aegypten. dessenStädte sich ihm unterwarfen, darunter auch Jerusalem, welches Selimim Vorbeiziehen heimsuchte. Zehn Tage lang zog er durch die Wüsteohne Aufenthalt und Widerstand, ausgenommen einige arabische Be-duinen, welche die Türken von allen Seiten im Marsch und Lager um-schwärmten, denn auf jeden Türkenkopf war ein Golddukaten als Preisgesetzt. Aber den Marsch der Türken konnten die Beduinen nicht auf-halten, und am 20. Januar 1517 näherte Selim sich Kairo. Tuman-bai hätte das Keich der Mameluken noch retten können, wenn er nichtvon Verräthern umgeben gewesen wäre, welche ihm schlechte Bathschlägeertheilten und zugleich Alles an Selim berichteten. So hatte, auf Ga-sali's Anrathen, Tumanbai seine ganze Artillerie bei Bidanj in ge-deckte Batterien gestellt, und das meldete Gasali selber an Selim.Dieser umging diese Batterien, und als es am 22. Januar 1517 zur Schlachtkam, hatten die Mameluken wieder keine Geschütze. Gleich bei Beginnder Schlacht warf sich ein ganzes Corps von auserlesenen schwerbewaff-neten Mameluken unter Tumanb ai's persönlicher Anführung auf dieFahne Selim's, mit der Absicht, den Letzteren lebendig oder todt zugreifen. Statt seiner aber durchbohrte T u m a n b a i den Gross-VezierSinan-Pascha mit der Lanze, und trotz der persönlichen Tapfer-keit Tumanbai's verblieb der Sieg in Folge des Verrathes von Ga-sali und der Ueberlegenheit der türkischen Artillerie den Türken. Indieser mörderischen und furchtbaren Schlacht verloren die Mamelukennahezu 25000 Todte. Gleich nach ihrem Siege bemächtigten die Türkensich Kairo's, in der Nacht aber drang Tumanbai in dasselbe ein undnahm die türkische Besatzung gefangen. Deshalb führte am 31. JanuarSelim sein Heer zum Sturm gegen Kairo vor, und da die Mamelukenüberall mit verzweifelter Tapferkeit Widerstand leisteten, so wurde derKampf in der Stadt der allerblutigste; an 50000 Mann blieben dabei aufbeiden Seiten, endlich aber gewannen die Türken die Oberhand und be-setzten die Stadt. Dennoch setzte Tumanbai, besiegt und seiner Haupt-stadt beraubt, mit den Trümmern der Mameluken und unter Mitwirkungder arabischen Beduinen seinen hartnäckigen Widerstand fort. Selimhätte den Krieg gern beendet mit der Bedingung, dass TumanbaiAegypten in Lehns-Abhängigkeit von der Türkei weiter regiere. Aberdie Mameluken wollten von keinen Unterhandlungen hören, und so führ-ten beide Theile den Krieg mit solcher Erbitterung fort, dass sie nichteinmal die Rechte der Gesandten achteten. Der Kampf war jedoch un-