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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Türken. 765

Gewalt, der bald das ganze noch vorhandene Geschlecht der Kom-nenen wegen ihrer verrätherischen Verbindungen mit Usun-Chassanausrottete.

Nach der gänzlichen Unterwerfung des griechischen Reiches inKonstantinopel, Morea, Athen, Negroponte und Trapezunt kehrteMuh am med seine Waffen gegen den christlichen Westen und vorAllein gegen Ungarn. Schon 1456 drang er mit einem zahlreichenHeere in dasselbe ein und belagerte Belgrad: Johann Hunyad aberführte zum Entsätze ein christliches Kreuzfahrerheer herbei, welches inDeutschland durch die Predigten des Franziscaner-Mönches JohannKapist rano zusammengebracht worden war. Hunyad vernichtete dietürkische Flotte auf der Donau, schlug am 21. Juli siegreich einenfurchtbaren Sturm der Türken auf Belgrad ab, am folgenden Tagemachten die Kreuzfahrer einen allgemeinen Ausfall und schlugen dieTürken, welche eiligst abzogen. Bald darauf aber,am 11. August starb Hunyad in Belgrad, und sein Sohn Matthias Corvinuswurde nach des ungarischen Königs Wladislaw Tode an dessenStelle zum König ausgerufen und schützte Ungarn gegen die Türken.Die Päpste unterstützten ihn nachdrücklich und suchten auf alle Weise,wenn auch vergebens, die christlichen Staaten West-Europa's zu einemallgemeinen Kreuzzuge gegen die Türken zu vereinigen. Endlich ent-schloss sich Papst Pius II. im Jahre 1463, sich persönlich an die Spitzedieses Zuges zu setzen und bestimmte Ancona zum Sammelpunkte desKreuzheeres. Aber nur Venedig allein, das sich damals im Kriege mitden Türken befand, betrachtete diesen Kreuzzug als seine Angelegen-heit, die anderen Staaten zeigten so wenig Eifer, dass in Ancona nurein sehr geringes Kreuzfahrer-Heer zusammen kam, und mit dem am14. August 1463 zu Ancona erfolgenden Tode Pius' II. ging der ganzeKreuzzug in die Brüche. Venedig setzte daher den Krieg gegen dieTürken allein fort, unter Mitwirkung seines thätigen VerbündetenSkanderbeg, doch bald entriss ihm dessen 1465 erfolgender Todauch diesen, nachdem er noch seine Festungen Kroja und Skodra anVenedig übergeben hatte.

Um diese Zeit war Muliammed mit der Unterwerfung von Kara-man beschäftigt und hatte es neuerdings mit Krieg überzogen. DieFürsten von Karaman flohen zu Usun-Hassan, welcher nach Er-oberung von Persien sein Reich erheblich vergrössert hatte. Um mitnoch grösserer Macht den Kampf gegen Muhammed aufnehmen zukönnen, schloss er ein Bündniss mit Papst Sixtus IV. und mit Venedig.Der dem zu Folge stattfindende Einfall der Perser in Klein- Asien zogMuhammed von dem Unternehmen gegen Europa ab. Die Perser aberstanden den Türken an Kräften, an Mitteln und im Kriegs-Wesen sehr