764 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
schaft und wurde auf Muhammed's Befehl erdrosselt. Im Jahre 1470eroberten die Türken die Insel Negroponte oder Euböa, und damit wardas europäische Griechenland ganz in ihren Händen.
Das Reich Trapezunt war von Alexius I. Komnenus zu der Zeitgegründet worden, als die Kreuzfahrer sich Konstantinopel's be-mächtigten. Alexius Komnenus und seine Nachfolger führten be-ständige Kriege mit den benachbarten Turko-Seldschuken und konntensich nur deshalb behaupten, weil das Keich der Letzteren im Verfallenwar. Bei Alexius'Komnenus sechstem Nachfolger, GeorgiusL,gerieth das Fürstentimm Trapezunt in Abhängigkeit von dem Mongolo-Tataren-Khan Gulj aga, in kirchlicher Beziehung aber war es im Gegen-satz zu den Konstantinopeler Paläologen und Griechen der kirch-lichen Union entschieden feindlich. Der Wiederhersteller des griechischenThrones in Konstantinopel, Michael Paläologus, hielt es für nöthig,sich nach der Seite der Trapezunter Komnenen durch ein Familien-Bündniss zu sichern, indem er seine Tochter Eudoxia im Jahre 1282an Georgius' 1. Nachfolger Johann IL vermählte. Obgleich zu Endedes 13. Jahrhunderts das Reich der Turko-Seldschuken gänzlich zerfielund in kleine Fürstenthümer zerbröckelte, so waren doch auch dieTrapezunter Griechen moralisch gesunken und ohnmächtig, von fort-währenden Unruhen und Partei-Streitigkeiten zerrüttet. Im Jahre 1402huldigte der Kaiser Manuel III. von Trapezunt dem Timur, seinSohn und Nachfolger aber, Alexius IV. machte sich 1412 von der Ab-hängigkeit von den Mongolen frei, fand dafür aber in den Turko-Osmanengefährliche Feinde. Sein Sohn Kalo-Johann regierte, als Muham-med Konstantinopel in Besitz nahm, er nahm die griechischen Flücht-linge von dort bei sich auf und suchte sich durch Bündnisse mit den be-nachbarten christlichen und muhammedanischen Herrschern zu stärken,es gelang jedoch nur ein solches Bündniss mit dem turkmenischen Ke-genten von Diarbekr, Usun-Hassan, abzuschliessen. Sein nach ihmzur Regierung gelangender Bruder David bewegte den türkischenFürsten von Sinope und die kaukasischen Christen zu einem Bündnissmit sich und schloss ein solches sogar mit dem Papst Pius IL Alsaber im Jahre 1462 Muhammed gegen ihn zog, Hessen seine Ver-bündeten ihn im Stich. Sinope ergab sich auf die erste AufforderungMuhammed's an diesen ohne Widerstand. Usun-Chassan machtegleichfalls günstige Anerbietungen an Muhammed, welche dieserauch annahm. Von seinen Verbündeten verlassen, wagte David keinenWiderstand, und sobald Muhammed vor Trapezunt erschien, unter-warf er sich mit seinem ganzen Geschlechte demselben, wurde nachKonstantinopel geschickt und erhielt einen ausreichenden Unterhalt.Trapezunt und das ganze Trapezunter Reich fiel in Muhammed's