Kriege der Türken. 763
rechtmässigen ersten Beherrschern aufrütteln, und da-rin herrschen.« 'i
Nach neueren Forschungen und Nachrichten wurde Konstantinopelund der St. Sophien-Tempel, bevor Muhammed selber sie betraten,geplündert und verwüstet: Muhammed aber machte dem gleichein Ende, trat vor den Haupt-Altar im Sophien-Tempel, verrichtete da-selbst sein Gebet, und wandelte diesen Tempel in eine Moschee um.Vorher aber war in der Stadt geplündert worden, die die Erstürmungüberlebenden Einwohner wurden gefangen genommen und nur gegenLösegeld freigegeben. Muhammed beliess der griechischen Nation dieSelbstständigkeit ihrer Kirche, zeichnete namentlich diejenige Parteiaus, welche die kirchliche Unabhängigkeit höher stellte als die poli-tische, und ernannte am 1. Juni 1-153 zum Patriarchen von Konstanti-nopel einen eifrigen Gegner der Union, — Gennadji —, und befreiteihn und die ganze Geistlichkeit von Abgaben. Zur selben Zeit gab erder griechischen Nation folgende Freiheiten: 1) ihre Kirchen durften nichtin Moscheen verwandelt werden, 2) die Gottesdienste und kirchlichenGebräuche sollten unbehindert stattfinden, 3) das christliche Oster-Festsollte mit allen seinen feierlichen Ceremonien gefeiert werden, Mu-li ammed selber residirte im kaiserlichen Palaste.
Nach der Einnahme von Konstantinopel (von den Türken in ihrerSprache Stambul genannt) blieben noch zwei Provinzen übrig, indenen die Griechen eine politische Selbstständigkeit bewahrten,—Moreaoder der Peloponnes, und die Provinz Trapezunt. In Ersterer herrschtenDemetrius und Thomas Paläologus, — in der Zweiten dieNachkommen der Komnenen. Muhammed bemächtigte sich Beider:zunächst retteten Demetrius und Thomas ihre Unabhängigkeit durcheinen jährlichen Tribut von 12000 Gold-Ducaten; durch ihre Fehdenaber unter einander und Zwistigkeiten mit ihren Unterthanen reizten siedie Türken sich fortwährend in ihre Angelegenheiten zu mischen, undihre Treulosigkeit liess endlich Muhammed die Geduld verlieren. ImJahre 1460 zog er persönlich mit einem Heere nach Morea, um es zuunterwerfen. Demetrius unterwarf sich und erhielt die Stadt Enosnebst bedeutenden Einkünften zum Unterhalt. Thomas dagegen flohmit seiner Tochter Sophia nach Rom zum Papste. Nun wurde ganzMorea mit grosser Grausamkeit von Muhammed unterworfen. Er er-oberte auch das Herzogthum Athen, das von den Kreuzfahrern gegrün-det und von Arragonien auf die florentinische Familie Acciagioliübergegangen war; der letzte Herzog Frances co gerieth in Gefangen-
*] S. Nachricht über Zaregrad, das Werk des Akademikers Sres-newski, wo alle diese Prophezeiungen angeführt sind.