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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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759
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Kriege der Türken. 759,

Tage früh fuhren die Türken fort, die Bresche zu erweitern, und als ihrGeschütz das hinlänglich gethan hatte, stürzten sie mit Geschrei gegendieselbe vor. Die Belagerten warfen sich ihnen entgegen, und auf derBresche, im Graben und auf der Mauer kam es wieder zu einem erbitter-ten bis zur Nacht ausgedehnten Kampfe, der beiden Theilen grosse Ver-luste zufügte, für die Türken aber erfolglos war. Sie gingen zurück,aber auch in der Nacht setzten sie ihr Feuer gegen die Bresche fort; dieBelagerten vergrösserten während dessen den Thurrn hinter der Brescheund stellten viele Geschütze aus der Stadt darauf.

Am folgenden Morgen sahen die Türken, dass die Bresche nicht ge-schlossen war, stürzten sich auf dieselbe, und die Belagerten mussteukämpfend zurückweichen , ihre Geschütze feuerten. Auf beiden Seitentrafen Verstärkungen ein, die Türken aber gewannen die Oberhand. DerKath der Grossen und der Strategen, der sich in dem Vorhofe der St. So-phien-Kirche versammelt hatte, und die Tapferkeit und ungeheure Kör-perkraft Konstantin's kannte, wollte diesem vorschlagen, mit auser-lesenen Leuten einen Ausfall zu machen, Einige waren anderer Meinung.Indessen hatte sich Konstantin aus eigenem Antriebe auf die Mauerbegeben, ihm nach auch die Grossen und die Strategen. Giustinianischlug sich mit seiner Schaar schon gegen die Türken in der Stadt, an-dere Türken hatten Brücken construirt und ritten schon zu Pferde in dieStadt, Konstantin aber eilte noch rechtzeitig mit seiner Umgebungherbei und machte die Türken so schonungslos nieder, dass sie trotz allerAnstrengungen in die Bresche zurück zu fliehen gezwungen waren undsich zum Abend gänzlich zurückzogen, unter grossem Verluste (lautgriechischen Quellen an 16000 Mann).

Nun suchten die Belagerten die Bresche zu vermauern, Thürme zubauen, und dachten, dass die Türken überhaupt fortzögen. Muhammedaber befahl, den Sturm auf vielen Stellen zu erneuern und wenn die Ver-theidiger ihre Kräfte zertheilt hätten, dann auf die Bresche zu stürzen.Dazu bestimmte er Karatsch-Bey gegen den kaiserlichen Palast, dieHolz-Thore und die Kalichari- oder Charsischen Thore*), den östlichenBegier -Bey gegen Pighia"") und die Goldenen Thore, den westlichengegen ganz Chorsyn oder die ganze Seite der Charsischen Thore: erselbst stellte sich zwischen ihnen, dem Thore St. Romani und derBresche gegenüber auf, Baltaugli und Zagan mit der Flotte Hesser gegen beide Mauern der Stadt nach der Seeseite zu sich aufstellen.Von diesen Punkten aus sollten auf seinen Befehl alle auf einmal zu Landeund zur See gegen die Stadt vorbrechen.

Am Morgen des 26. Mai drangen die Türken von allen Seiten gegen

*) Porta Charsae. **) Porta fontis Piglii. Atmi. d. Uebers.

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