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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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756
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756 HL Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Thore, ausser bei dem Amiral Natares, in den Händen von Fremden,und nicht von Griechen.

Die Belagerten suchten von Anbeginn der Blokade ab durch Aus-fälle aus der Stadt die Belagerer bei Aufstellung der Mauerbrech-Maschinen zu stören, waren aber nicht stark genug mit der (etwa 35fach)überlegenen Zahl der Türken den Kampf aufzunehmen. Nun befahlKonstantin den Würdenträgern und Vornehmen in der Stadt, dieKrieger auf die Mauern, Thürme und Thore zu vertheilen, Jedem seineStelle, seine Abtheilung und Kriegsglocke (Belagerungs- oder Allarm-glocke) anzuweisen, auch überall, wo es nöthig war, die Kanonen undHandfeuerwaffen zuzutheilen, und Allen zu untersagen aus der Stadt zureiten oder zu gehen. Er selbst ritt häufig rund um die Stadt im Innernfeuerte die Soldaten und Officiere durch den Hinweis auf Gott und ihreTapferkeit an. Indessen unterhielten die Türken Tag und Nacht einunaufhörliches Feuer aus Feuerwaffen und Mauerbrech-Maschinen gegendie Stadt, indem sie sich immer durch frische Kräfte ablösten, und Hessenden Belagerten keine Zeit zum Ausruhen, um sie zu ermüden, zu schwä-chen, und Alles zum Sturm vorzubereiten. Es ist bemerkenswert]!, dassvon beiden Seiten, namentlich von den Türken, während der ganzenZeit der Belagerung die neuen Feuergewehre und Geschütze zugleichmit den früheren Wurf-, Mauerbrech- und Belagerungs-Maschinen an-gewendet wurden. So hatte Muh am m ed neben einer Menge von grossenBelagerungs-Geschützen und Mörsern auch noch die alten Helepolisoder bewegliche Thürme, welche Steine und griechisches Feuer schleu-derten, im Gebrauche. Die Thätigkeit der Artillerie bei Muhammedleitete der ungarische Stückgiesser Orban, welcher ein ungeheuresGeschütz gegossen (und dann ausgebessert) hatte (s. u.).

So vergingen 13 Tage. Am 14. (8. April) begannen die Türken beimSchall ihrer Musik die Stadt aus nächster Entfernung zu beschiessen.Die Belagerten erwiderten das Feuer so viel sie konnten von den Mauernaus. Endlich gingen die Türken mit Leitern und verschiedenen Mauer-brech-Maschinen zum Sturm vor: in der Stadt ertönten die Glocken,und in dem dichten, die Stadt und die Kämpfenden verbergenden Pulver-dampfe entspann sich auf den Mauern ein furchtbares Handgemenge,das bis zur Nacht währte, welche dem Kampfe ein Ende machte. DieTürken mussten ohne Erfolg sich zurückziehen, unter grossen Verlusten(nach griechischen Nachrichten 18000 Todte) und Hessen alle Mauer-brech-Maschinen im Stiche. Die Belagerten verbrannten dieselben, sieselbst hatten an Todten 1740 Griechen und 700 Fremde eingebüsst, einfür sie sehr fühlbarer Verlust. Sie glaubten, dass Muhammed nunvon der Stadt abziehen werde, aber sie irrten sich: 7 Tage nach