752 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
belagerte Kroja, Alles umsonst. Aerger und Gram über das Misslingenverursachten seinen plötzlichen Tod am Schlagfluss, 11. Februar1451, im 49. Jahre seines Lebens, nach 30 jähriger Regierung, welchedurch hervorragende Kriegsthaten — sowohl seiner selbst wie seinerberühmten Gegner Huny ad und Skanderbeg — gekennzeichnet war.
§. 221.
Kriege Muhammed's II. (1451—81). — Belagerung und Einnahmevon Konstantinopel. Danach folgende Kriege.
Murad'sII. Sohn und Nachfolger, Muhammed IL (bei den Eu-ropäern Mahom et IL), welcher im 21. Lebensjahre den Thron bestieg,bestätigte alle Verträge mit den benachbarten Reichen, um einen neuenAufstand in Karaman zu dämpfen. Der Fürst von Karaman, Ibrahim-Beg, machte den Versuch, alle ihm entrissenen Gebietstheile wieder-zugewinnen, wozu ihm der Wechsel auf dem türkischen Throne dergünstigste Augenblick schien. Als aber der junge Muhammed selbstin Klein-Asien erschien, bat Ibrahim-Beg demüthig um Frieden, undMuhammed bewilligte ihm denselben, denn er trug sich mit weitwichtigeren Plänen, nämlich der Eroberung von Konstantinopel und derunbedeutenden Reste des griechischen Reiches.
Bevor wir aber die Art der Ausführung dieses Gedankens betrach-ten, müssen wir jetzt erst einen allgemeinen Blick auf die Thaten dertürkischen Sultane werfen, welche Muhammed IL voraufgegangenwaren, mitMurad I. beginnend, und zwar auf ihre Thaten in Europa,und vorzugsweise in Bezug auf Konstantinopel und den griechischenKaiser und sein Reich, wie auch auf die Lage und die Thaten derLetzteren.
Aus dem früher Gesagten geht hervor, dass der Militär-Staatder Turko-Osmanen, unbedeutend in seinem Entstehen, aber seinegünstige Lage zwischen zwei mehr und mehr in Verfall gerathenenReichen, dem seldschukischen und dem griechischen, ausnutzend, all-mählich auf Kosten dieser beiden Reiche erstarkt war. Die schwacheihrem Verfall zusinkende Herrschaft der Paläologen in Konstantinopelwar nicht im Stande, den Uebertritt der Turko-Osmanen nach Europaund die siegreiche Ausbreitung ihrer Herrschaft in dem Jahrhundert von1350—1450 über die Balkan-Halbinsel vom Propontis, Hellespont undaegaeischem Meere bis zu den Grenzen von Ungarn, und vom schwarzenMeere bis zur Grenze des eigentlichen Griechenlands zu verhindern.Als dann später Bulgaren und Serben von den Türken unterworfenwurden, und die Tapferkeit des westländischen Ritterthums dem über-legenen Standpunkte der Kriegs-Organisation und des Kriegs-Wesens