Kriege der Türken. 751
Gunsten seines 14jährigen Sohnes Muhammed dem Throne entsagteund sich in die Einsamkeit nach Magnesia zurückzog. Das KreuzfahrerHeer war noch nicht ganz auseinandergegangen, als die Nachricht vonMurad's Thron-Entsagung und zugleich damit ein Aufruf des Admiralsder Christen-Flotte und des griechischen Kaisers eintraf, hiervon zurNiederwerfung der türkischen Herrschaft in Europa Nutzen zu ziehen.Der päpstliche Legat Cardinal Cäsarini unterstützte diesen Aufruf,entband von dem Eide, den eben erst abgeschlossenen Waffenstillstandzu halten, — und Wladislaw wie Hunyad waren zu dieser Treu-losigkeit bereit. Obgleich ihre Armee damals nicht über 20000 Mannstark war, so brachen sie doch im September 1444 zum Feldzug auf undzogen längs dem Ufer des schwarzen Meeres bis Varna, das sie unter-warfen. Hier aber erhielten sie statt der erwarteten Hülfe die Nachricht,dass Murad die Regierung wieder übernommen habe und mit 60000Mann gegen sie anrücke. Sie zogen ihm nicht entgegen, gingen auchnicht zurück, sondern blieben in Varna und wurden nun hier in einerblutigen Schlacht am 10. November 1444 aufs Haupt geschlagen. Wla-dislaw fiel, Hunyad floh, die Ungarn, welche sich hinter ihrer Wa-genburg (Tabor) verschanzt hatten, wurden am nächsten Tage sämmt-lich niedergemacht, und der Cardinal Cäsar ini auf der Flucht ge-tödtet. Mit einem Worte — Wladislaw und Hunyad wurden fürihre Wortbrüchigkeit durch eine vollständige Niederlage gestraft. M u-rad aber nutzte seinen Sieg nicht aus, stieg wieder vom Throne undzog sich in die Ruhe nach Magnesia zurück. Diese Ruhe wurde jedochbald gestört durch einen furchtbaren Aufstand der Janitscharen. undMurad trat wieder die Regierung an. Nach Dämpfung des Janit-scharen-Aufstandes kehrte er 1446 seine Waffen gegen Griechenland,eroberte Korinth, Patras und andere grössere Städte, konnte aber dieUnterwerfung nicht durchfuhren, da ein neuer Krieg mit Ungarn ihnhinderte. Ungarn stellte 24000 Mann unter Führung Hunyad's gegenihn auf, Murad aber rückte diesen mit 150000 Mann entgegen und er-focht am 17. Oktober 1448 einen entscheidenden Sieg über sie in derSchlacht bei Kossowo (Amselfeld;, wo Hunyad an 20000 Mann verlor.Die Folgen dieses Sieges hätten für Ungarn verderblich werden können,wenn nicht zum Glück die es bedrohende Gefahr durch die heroischeVertheidigung von Skanderbeg in Epirus und Albanien gegen diebesten türkischen Feldherren und zuletzt gegen Murad selbst — abge-wendet worden wäre. Skanderbeg, der nach seines Vaters Tode dieHerrschaft über dessen Länder angetreten hatte, schlug die Türkenmehrmals und zwang sie zur Aufhebung der Belagerung seiner Haupt-stadt Kroja, Ueber seinen Widerstand erbittert, wendete sich Muradpersönlich gegen ihn, versuchte Gewalt und List, um ihn zu überwinden,