750 III- Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
einem Kriege gegen die Türken zu bewegen. Bekanntlich aber erregtedie Union in Griechenland wie in allen rechtgläubigen Ländern denänssersten Unwillen, und die Bemühungen des Papstes, einen Krieggegen die Türken zu entzünden, blieben fruchtlos, ausgenommen bei denStaaten, welchen die nächste Gefahr von Seite der Türken drohte,besonders also Ungarn und Polen, welche unter der Gewalt des KönigsWladislaw's III. standen.
Während dies im Westen vorging, schlug Murad 1425 in Klein-Asien den Kebellen Dshunend, welcher zwanzig Jahre lang die tür-kischen Besitzungen aufgewiegelt hatte, und übergab denselben nebstseiner ganzen Familie dem Tode. Im Jahre 1428 entriss er den Vene-tianern Thessalonich, das sie schon dem Kaiser Andronikus abge-kauft hatten, schlug einen Aufstand der Bewohner von Karaman, welchevon Serbien und Ungarn aufgehetzt worden waren, nieder, und überzogbeide Länder mit Krieg, um sich an ihnen zu rächen. Die Serbenkauften sich durch Geschenke von ihm los, in Ungarn aber nahmen dieTürken nach langwieriger Belagerung Semendria, schlugen die Ungarnzweimal, verheerten einen grossen Theil des Semigrader Fürstenthums(Siebenbürgen) und schleppten über 100000 Gefangene mit sich fort.Die Fürsten von Bosnien und Johann Kastriot von Albanien wurdengezwungen tributpflichtige Lehns-Vasallen der Türkei. Der Letzteregab seine fünf Söhne als Geisel, von denen Murad die vier Aeltestenvergiften Hess, der fünfte Georg, der in der Folge so berühmte Skan-derbeg, vermochte sich zu retten. Danach wollte Murad das Für-stenthum Siebenbürgen vollkommen unterwerfen, stiess aber auf einenmächtigen Gegner, den berühmten Wojewoden desselben. JohannHunyad Corvin (1440). Dieser Letztere wurde zum Ober-Feldhermdes verbündeten Christen-Heeres gegen die Türken ernannt, und erfochtdie entscheidenden Siege von Hermannstadt und Waschaga (1442) übersie. Im folgenden Jahre (1443) wurde an den Ufern der Donau ein zahl-reiches Christen-Heer gesammelt, unter Wladislaw's und Hunyad'sBefehl. Durch die beiden Siege bei Nissa (h. Nisck) und Jalowatzbabnte es sich den Weg durch den Balkan und kehrte nur wegen desWinters nach Ungarn zurück, um im Frühjahr den Feldzug zu erneuen.Aber während des Winters erkaltete der kriegerische Eifer desselben,und als Murad, durch die gleichzeitigen Kriege gegen Wladislawund Hunyad, gegen Skanderbeg in Albanien, und in Karaman(Karamanien) in Klein-Asien erschöpft dem Wladislaw und Hunyadeinen vortheilhaften Frieden antrug, da willigten sie in Abschliessungeines Waffenstillstandes auf zehn Jahre (1444). Während der Unter-handlungen darüber starb Murad's ältester und Lieblings Sohn Allah-Eddin, und dieser Todesfall drückte Murad so darnieder, dass er zu