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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Türken. 749

§. 220.

Kriege Murad's II. (142151).

Der Anfang der 30jährigen Regierungs-Zeit Murad's IL (Aniurat)war gleichfalls durch Familien - Streitigkeiten zwischen ihm, seinenjüngeren Brüdern, und dem Pseudo-Mustapha bezeichnet.Muhammed I. hatte in seinem Testamente bestimmt, dass die Er-ziehung seiner jüngeren Söhne Manuel übertragen werden solle, un-zweifelhaft desshalb, um sie gegen den ältesten Bruder zu schützen.Murad aber war damit nicht einverstanden, in Folge dessen brachzwischen ihm und Manuel Feindschaft aus, Manuel gab den Pseudo-Mustapha frei und widersetzte sich dem Murad. Mustapha fandso viele Anhänger, dass er sich bald der ganzen europäischen Türkeibemächtigt hatte; als er aber nach Klein-Asien ging, wurde er voneinem grossen Theile seines Heeres verlassen und war gezwungen nachEuropa zurückzukehren. Murad folgte ihm auf genuesischen Schilfenund unterwarf sich das ganze Reich ohne Schwertstreich. Mustaphafloh, wurde ergriffen und aufgehenkt. Nun belagerte Murad, umManuel für den durch ihn hervorgerufenen Aufstand zu züchtigen, imJahre 1422 Konstantinopel (vierte Belagerung) und bedrängte es weitmehr, als irgend einer seiner Vorgänger. Aber der Aufstand seinesBruders Mustapha in Klein-Asien nöthigte ihn, die Einschliessung undBelagerung von Konstantinopel aufzuheben, was von wichtigen Folgenwar, obgleich Must apha' s Aufstand ohne Mühe gedämpft und Musta-pha hingerichtet wurde. Manuel starb bald danach (1424), und esfolgte ihm sein ältester Sohn Johann VI. Paläologus. DieserLetztere schloss Frieden mit Murad, indem er ihm die sämmtlichenStädte abtrat, welche seine (Johann's) Vorgänger noch an den Küstendes schwarzen Meeres, in Thrazien und Macedonien besassen. Dasgriechische Reich war solchergestalt wieder aller der Vortheile beraubt,welche es in Folge des Sieges von T imur und der Bürgerkriege zwischenden Söhnen Bajazid's I. erlangt hatte, und es befand sich von Neuemin derselben ohnmächtigen und bedrängten Lage, wie zu Ende des14. Jahrhunderts. Nun suchte Johann Paläologus. ganz wiesein Vorgänger gethan hatte, die Hülfe des Papstes und des christlichenWest-Europa's nach, und zwar durch das Mittel einer Vereinigung derorientalischen und occidentalen Kirche. Die Folge davon war: eineKirchen-Versammlung zu Ferrara und dann zu Florenz, und demnächstnach neunmonatlichen Debatten darüber die berühmte FlorentinerUnion und das Versprechen des Papstes Eugeniu s IV.. das griechischeReich mit Flotte und Heer zu unterstützen und das christliche Europa zu