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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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748 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

der Schlacht auf der Ebene Tschamurli Musä, welcher von seinenTruppen verlassen wurde. Musä floh und wurde auf der Flucht er-schlagen, und Muhammed, der nun der einzige gesetzrnässige Nach-folger Baj azid's I. und Beherrscher des ganzen ungeteilten türkischenReiches war, ward Sultan und nahm als solcher den Namen Muham-med I. an. Er zeichnete sich vor seinen Brüdern durch Weisheit,Milde und edlen Charakter, wie durch Regenten-Gaben aus.

§. 219.Kriege Muhammed's I. (1413 21).

Muhamme dl., mit Recht der Siegreiche und der Wieder-hersteller des Reiches genannt, regierte nicht lange, im Ganzenacht Jahre, aber weise, und bemühte sich die Folgen des Missgeschicks,das seinen Vater betroffen , zu beseitigen. Er gab seinem VerbündetenManuel die Städte in Thessalien und Propontis wieder, schloss einenVertrag mit Venedig, zum Schutze von dessen Handel und Kolonieen,und erneuerte die Verträge mit seinen anderen Verbündeten und Vasallen.Im Jahre 1414 dämpfte er in Klein-Asien den gefährlichen AufruhrDschunend's und andere Empörungen. Während dessen wurdeseine Flotte, welche die Unterwerfung der Insel Naxos unternommenhatte, von den Venetianern bei Gallipolis in den Dardanellen geschlagen.Im Jahre 1415 nach Europa zurückkehrend, wendete Muhammedseine Waffen gegen Bosnien und Steyermark, aber im Jahre 1419wurde sein Heer zweimal bei Radkersburg, und dann vom ungarischenKönig Sigismund zwischen Nisch und Nikopolis geschlagen, zu der-selben Zeit, als Muhammed selber in Klein-Asien mit einem Kriegegegen einen Thron-Prätendenten beschäftigt war, der sich Mustaphanannte und der nach der Schlacht bei Angora verschollene SohnBajazid's I. zu sein vorgab. Dieser Pseudo-Mustapha, schliess-lich von Muhammed besiegt, floh nach Konstantinopel zu Manuel,dieser lieferte ihn nicht an Muhammed aus, sondern machte sich nuranheischig, für eine von Letzterem für den Unterhalt Mustapha'sfestgesetzte Summe, diesen unter strenger Bewachung zu halten, undauf diese Weise besass er, mit wahrhaft byzantinischer Hinterlist, anMustapha einen Bürgen für seine guten Beziehungen zu Muhammed.Letzterer wollte nun die Thronfolge ordnen, kam aber in Folge seinesplötzlichen Todes (am Schlagfluss) im Jahre 1421 nicht mehr dazu.Seine Veziere verheimlichten seinen Tod 40 Tage lang und gaben da-durch seinem ältesten Sohne, dem 18jährigen Murad, der gerade ab-wesend war, Zeit einzutreffen und den Thron als Murad IL zu be-steigen.