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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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744 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

beschäftigen, und da es an Material fehlte, nahm man drei prächtigeKirchen dazu. Der erzürnte Baj azid befahl diese Arbeiten einzustellen,wodurch er den Tod des sehr alten Johann noch beschleunigte. Diesemfolgte sein Sohn Manuel, aber in noch grösserer Abhängigkeit vonBaj azid, welcher ihm verbot, die Befestigungen von Konstantinopelauszubessern oder zu erneuern, und verlangte, dass er in dieser Stadteinen türkischen Kadi oder Richter zulassen solle, um daselbst die Strei-tigkeiten zwischen türkischen Kaufleuten und Christen zu entscheiden.Als dies verweigert wurde, schloss Baj azid im Jahre 1391 Konstan-tinopel ein (die erste Blokade) und hielt es fast sechs Jahre lang blokirt.Im Jahre 1397 gelanges dem Neffen Manuel's. Johann, der durchMitwirkung Baj azid's den Thron bestiegen hatte, durch Erfüllung vonBajazid's Forderung und das Versprechen, ihm jährlich Tribut zu zah-len , sowie durch reiche Geschenke an den Gross-Vezier, sie zur Auf-hebung der Blokade zu bewegen.

Ungefähr in dieselbe Zeit fallen : der erste Feldzug der Türken ge-gen Ungarn, und der zweite Feldzug gegen den neu aufgestandenenAllah-Eddin. Letzterer wurde auf der Aktschi-Ebene bei Kijütahiageschlagen, mit seinen zwei Söhnen gefangen genommen und hingerich-tet. Nachdem er so den südlichen Theil von Klein-Asien unterworfenhatte, trug Baj azid seine Waffen in den östlichen und nördlichenTheil, nahm daselbst die Städte Siwas, Tokat, Kaisarieh. Amasia, undunterwarf die Provinzen Kastamun und Djanik. Die durch ihn vertrie-benen Fürsten flohen nach Mittel-Asien, um Rettung bei dem mongo-lischen Eroberer Timur-Leng (in Europa Tarnerlau genannt) zusuchen.

Nach allen diesen Siegen und Eroberungen ergab Baj azid sich inseiner asiatischen Hauptstadt Brussa der Ruhe, dem Wohlleben undsogar der Völlerei. Als aber der Kaiser von Deutschland und König vonUngarn Sigismund und dessen Verbündete mächtig gegen ihn rüste-ten, erhob sich B aj a zid aus seinem Schlummer und brach im Jahre 1396mit einem starken Heere auf, um Nikopolis zu helfen, das von dem ver-bündeten Heere Sigismund's belagert wurde Hier kam es am 28. Sep-tember 1396 zu einer blutigen Schlacht, in welcher B a j a z i d einen entschei-denden Sieg erfocht, der ihm jedoch den ungeheuren Verlust von fast60000 Todten und Verwundeten kostete. Am folgenden Tage rächte ersich dafür durch die barbarische Niedermetzelung von i 0000 gefangenenChristen, und nur die Bitten seiner Umgebung konnten dieses schreck-liche Blutvergiessen hemmen. Die Folgen des Sieges bei Nikopoliswaren die Wegnahme von Mitrovitz an der Sava und der erste Verhee-rungszug der Türken in Steyermark.

Dann zog er auf Anrathen des unwürdigen Bischofs von Phokis