Kriege der Türken. 745
nach Griechenland, drang ohne Kampf durch die Thermopylen und er-oherte Doris, Lokris und Phokis, die weitere Eroberung des Peloponnestibertrug er seinen Feldherren Jak üb und Engrenos. Inzwischenhatte ein anderer vm seinen siegreichen Feldherren, Timurtasch, dieErfolge der türkischen Waffen bis zum Euphrat getragen.
Nun wieder brachte Bajazid einige Jahre in Brussa zu — in un-thätiger Ruhe, aus welcher er endlich durch eine von Osten her — ausder Mitte Asiens — drohenden Gefahr aufgeschreckt wurde, — nämlichdurch die mongolischen Schaaren des asiatischen Eroberers Tirnur-Leng. Bajazid eilte nach Armenien, besetzte dort Erfendsham (Er-zingjan), wodurch er die Gefahr im Osten abgewendet zu haben glaubte,und kehrte nach Adrianopel zurück. Von hier verlangte er von dem grie-chischen Kaiser Johann, dass er seinen Thron in eine Statthalterschaftverwandle, andrenfalls drohte er Alles zu zerstören und zu verwüsten.Johann weigerte sich, und schon rüsteten sich die Bewohner von Kon-stantinopel eine neue Belagerung auszuhalten, als plötzlich das Gewitteraus dem Osten Asiens losbrach — Timur gradeswegs auf Klein-Asiengegen Bajazid vordrang, — ein asiatischer Eroberer gegen den an-dern. Nachdem Timur Siwas und Erzingjan eingenommen, forderte ergebieterisch von Baj azid, dass er die zu diesem geflohenen und Ti-mur nicht gehorsamenden Fürsten tödten lassen, oder wenigstens dochfortjagen solle. Die Antwort Bajazid's war noch hochfahrender undbeleidigender und stellte der Entscheidung durch die Waffen anheim.wer den Andern überwinden werde. Und diese Entscheidung erfolgte inder mörderischen Schlacht bei Angora (heute Ancyra): am 20. Juni 1402gelang es Timur, von der allgemeinen Unzufriedenheit über die Strengeund Grausamkeit Bajazid's und über das Nichtbezahlen des Soldes anseine Truppen, aus Geiz, Nutzen ziehend, die tatarischen Schaaren Ba-jazid's auf seine Seite zu bringen, und erfocht er einen vollkommenenSieg über ihn (siehe unten Kapitel 29: Kriege und Feldzüge Timur -Lengs, Schlacht bei Angora). B aj azi d, nach heftiger Gegenwehr ge-schlagen und gezwungen sich durch die Flucht zu retten, stürzte mit demPferde und wurde nebst seinem Sohne Musä und vielen Grosswttrden-trägem gefangen genommen. Von den andern Söhnen Bajazid's,welche sich an der Schlacht betheiligt hatten, entkam Su leim an nachWesten zum Meere, wo er sich unter dem Schutze der serbischen Hülfs-truppen zu retten vermochte; Isa und Muhammed flohen nach ver-schiedenen Seiten, von dem vierten Mustapha hat man keine Nach-richt. Timur beauftragte mit der Verfolgung Suleiman's seinen En-kel Muhammed, welcher so rasch jenem nachsetzte, dass er bereitsnach fünf Tagen vor Brussa ankam. Timur setzte die von Bajazidvertriebenen klein-asiatischen Fürsten von Neuem in ihre Besitzungen