742 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege ete.
gewaltigem Anprall auf Lazar und Wratko, und nun entstand einfurchtbares Gemetzel. Wratko wurde getödtet; ebenso seine neunSöhne, Einer nach dem Andern; Fürst Lazar kämpfte vor Allen aufTod und Leben, endlich ging er zurück, um sein verwundetes Pferd zuwechseln. Seine Truppen, ihn nicht mehr vor sich sehend und ihn er-schlagen wähnend, geriethen in Verwirrung. Lazar aberjagte zurückund suchte die Ordnung wieder herzustellen, begab sich unvorsichtig zuweit vor, wurde schwer verwundet und zu Murad geführt, welcher ihngleichfalls enthaupten Hess. Nun war das Heer der Verbündeten seinersämmtlichen Anführer beraubt, auseinander gesprengt und überall ge-schlagen, und erlitt eine vollständige und furchtbare Niederlage. Muradstarb, Baj az id wurde Sultan und verwüstete nun das schutzlose Serbienaufs Schrecklichste. Die Wittwe des Fürsten Lazar, Militza, wurdegezwungen, ihre Tochter Miljewa an Bajazid zu vermählen, und dervon ihrer Schönheit entzückte Bajazid gab Serbien an Stephan, denältesten Sohn Lazar's, legte ihm Tribut auf und verpflichtete ihn zurStellung von 10000 Mann Hülfstruppen.
So verlor in der Schlacht auf dem Kossowo-Felde Serbien für langeseine politische Selbstständigkeit und wurde der Türkei tributpflichtig.
An der Stelle, wo Murad in seinem Zelte auf dem Amsel-Felde ge-storben war, gründeten die Türken ein Bethaus, — und da, wo der HeldMiloschObilitsch die drei Sprünge aus dem Zelte des Sultans ge-macht hatte, errichteten die Serben drei mächtige Steinblöcke.
Mu r ad I. hatte in den 30 Jahren seiner Begierung durch seine Siegeund Eroberungen in Europa auf der Balkan-Halbinsel zuerst daselbstdie Politik seines Vaters, Gross- und Urgrossvaters ausgeführt und denersten Grund gelegt zu den weiteren Eroberungen dort durch seine Nach-folger, mit Bajazid beginnend.
§. 217.Kriege Bajazid's I. (1389—1402).
Bajazid (bei den Europäern Bajazet) I. Ilderim (Blitz, Wetter-strahl) hatte schon bei Lebzeiten seines Vaters an dessen Feldzügentheilnehmend sich durch aussergewöhnliche Tapferkeit, besonders in derSchlacht bei Konia im Jahre 1386, und auf dem Amsel-Felde 1389 aus-gezeichnet. Als er Sultan geworden war, begann er damit, dass erseinen einzigen Bruder Jak üb erdrosseln Hess, um einer Empörungdesselben vorzubeugen und keinen Nebenbuhler in ihm zu haben (dieseArt von Grausamkeit kommt in der Geschichte aller türkischen Sultanevor). Es wurde schon oben gesagt, dass er Serbien zum türkischenLehn machte. Fast dasselbe that er auch mit dem kläglichen griechi-