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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Türken. 739

Ihre Eroberungen erstreckten sich allgemach nach Norden über denBalkan hinaus bis zur Donau, nach Bulgarien nnd Serbien, nach Westenüber Macedonien, Thessalien und weiter. Grösseren Widerstand als dieübrigen Länder leisteten Bulgarien und Serbien. Aber nach zweiglücklichen Feldzügen gegen dieselben zwang Murad sie im Jahre1375 zu einem Frieden, in welchem sie ihm Lehns-Abhängigkeit vonder Türkei anzuerkennen und ihr einen jährlichen Tribut zu zahlen ge-nöthigt wurden. Im Jahre 1382 griff Murad von Neuem Serbien an,nahm Nisch und die Festung Zatelitza. Der serbische Fürst Lazar.der nicht genug Truppen hatte, um Widerstand zu leisten, erkaufte denFrieden und verpflichtete sich, 1000 Mann serbischer Hülfstruppen zustellen. Inzwischen hatte Johann Paläologus, seine hülflose Lageerkennend, sich Hülfe suchend nach West-Europa gewendet, ja sogarsich dem Papste unterworfen, um nur Unterstützung zu gewinnen,fand jedoch keine und wurde auf dem Rückwege lange in Venedig fest-gehalten. Sein ältester Sohn Andronikos, der an seiner Stelle inKonstantinopel die Regierung führte, that Nichts zur Befreiung seinesVaters, der jüngere aber. Manuel, befreite ihn und wurde dafür deinAeltesten vorgesetzt. Letzterer sah sich nach Mitteln um, den Vatervom Throne zu stossen und bildete mit dem Sohne Murad's, Sant-schi, welcher gleichsfalls seinen Vater entthronen wollte, eine Ver-schwörung. Murad, der dies erfuhr, Hess seinen Sohn blenden undverlangte, dass auch Johann dasselbe mit seinem Sohne Andronikosthun solle. Ohne also schon in Konstantinopel zu regieren, befehligteer doch daselbst durch Johann, welchem nur übrig blieb, sich ihmzu unterwerfen und Schonung von ihm zu erwarten.

Danach wendete Murad seine Waffen nach Klein-Asien gegenAllah-Eddin, Fürsten von Karaman, des bedeutendsten der auf denTrümmern des turko-seldschukischen Reiches entstandenen Fürstenthü-mer. Die Hauptstädte desselben waren Seleukia am Ufer des cilicischenMeeres , Larenda, Ermenak u. A., die Residenz Ikonji oder Konia. DieFürsten von Karaman hatten schon lange mit Neid auf das schnelle Empor-wachsen des türkisch-osmanischen Reiches gesehen, und All ah-Eddinhatte die Verschwörung Santschi's gegen Murad sich zu Nutze ge-macht, um Letzteren mit Krieg zu überziehen. Murad aber führte per-sönlich sein Heer gegen ihn, das durch die Hülfs-Truppen seiner neuenVasallen darunter auch Serbiens) verstärkt war, und erfocht 1386 inder Schlacht bei Konia einen entscheidenden Sieg über Allah-Eddin,dem er aus Gnaden sein Fürstenthum beliess, aber in Lehns-Abhängig-keit von der Türkei. Die strenge türkische Disciplin, welcher die ser-bischen Truppen in diesem Feldzuge unterworfen waren, erregte ihreUnzufriedenheit und verstärkte den Wunsch Serbiens und Bulgariens,