Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 735
Heer in Moskau empörten sich, als aber der Aufstand gestillt war. be-fahl der Zar dem Heere unter Buturlin's Befehl den Kasaken eineSchlacht zu liefern. Aber Konaschewitseh schlug gleich mit seinerBulawa (Hetmans Keule) Buturlin vom Pferde und tödtete ihn dann,das russische Heer ergriff entsetzt die Flucht, und an Moskau vorbei-ziehend vereinigte sich Konaschewitseh am 23. September 1618 mitdem polnischen Heere des Korolewitsch Wladislaw, das an derSwenigoroder Strasse ein Lager bezogen hatte. Sie beschlossen, Moskauam Abend vor dem 1. Oktober zu nehmen, und der von ihnen dazu ent-worfene Plan würde Erfolg gehabt haben, wenn er nicht dem Zarendurch zwei zu ihm überlaufende französische Ingenieure verrathenworden wäre. Mittelst einer Petarde das Arbatsche Thor sprengend,wollten die Belagerer in die Stadt eindringen, wurden aber durch denOkolnitsch Nikita G-odunow abgeschlagen und zogen sich mit grossemVerluste zurück. Konaschewitseh verheerte den Serpuchower Be-zirk und stand vor Kaluga, kehrte aber nach Abschluss des Friedenszwischen Polen und Russland (1619) nach Klein-Russland zurück, undentliess, gleichsam zum Zeichen des Friedens, 300 seiner Kasaken inden Dienst des Zaren.
Im Jahre 1620 schickte er den General Jessaul Potrebitsch mitsechs Regimentern den Polen zu Hülfe gegen die Türken, aber die Polenund Kasaken wurden von diesen am 7. Oktober in der Schlacht beiZezora am Pruth besiegt. In dieser Schlacht fiel der TschigirinerSsotnik Michael Chmjälnitzki; sein Sohn Zenobius Bogdan (inder Folgezeit berühmt) sah dies und stürzte sich in die Reihen derTürken, wurde aber umringt, gefangen, und brachte zwei Jahre inder Gefangenschaft zu. Bei den Polen war der Reichskanzler und Gross-hetman Stanislaw Sholkjäwski gefallen.
Während dessen hatten in der Krym 5000 Saporoger vor Perekop8000 Tataren geschlagen, und Konaschewitseh schickte den AtamanOdinez nach Moskau zum Zaren mit der Meldung, dass viele christlicheGefangene befreit seien. Odinez und seine Gehülfen wurden beschenkt,dem Hetman ein Belobigungs-Schreiben, und für das Heer 300 Rubelgeschickt.
Die Polen, in dem Wunsche sich für die Niederlagen bei Zezora anden Türken zu rächen, begannen Konaschewitseh und den Kasakenzu schmeicheln: man setzte für ihr Heer einen Sold fest, erliess eineConstitution zu Gunsten der rechtgläubigen Geistlichkeit, und verlangte,dass die Kasaken sich mit dem Krons-Hetman Chodkjäwitsch ver-einigen sollten zum Kriege gegen die Türken. Vergebens suchten dieTürken Konaschewitseh zu bestechen: im Jahre 1621 führte er30000 Kasaken mit 28 Geschützen ins Feld, Chodkjäwitsch aber