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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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736 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

hatte 34000 Polen bei sich. Sie verschanzten sich in zwei getrennten La-gern in einer Ebene unweit Chotin. Am 6. September erschienen vor den-selben 300000 Türken und 100000 Tataren. Auf beiden Seiten beganndas Geschütz-Feuer, dann griffen Türken und Tataren beide Lager an.am heftigsten das der Kasaken. Nach 3 stündigem Kampfe zogen sich dieTürken und Tataren zurück, von den Kasaken verfolgt. In der Nachtdrang Konaschewitsch in das türkische Lager ein und würde siebesiegt haben, wenn nicht Chodkjäwitsch ihm seine Hülfe versagthätte. Die Kasaken empfanden dies als eine ihnen angethane Kränkung;der Mangel an Lebensmitteln und Fourage erkältete ihren Eifer nochmehr, und sie begannen zu murren. Konaschewitsch benachrich-tigte die Befehlshaber der polnischen Truppen hiervon, welche dreiDeputirte abschickten, um mit den Kasaken zu verhandeln. Da Chod-kj äwitsch am 24. September zu Chotin gestorben war, so schoben dieDeputirten wahrscheinlich alle Schuld auf ihn; schliesslich beruhigtensich die Kasaken beim Namen des Korolewitsch Wladislaw, der sichim Lager befand und den die Kasaken liebten, besonders aber auch inFolge der Bemühungen und des Zuredens von Konaschewitsch undder Aeltesten, und verblieben im Lager.

Die Türken waren so aufgebracht und erbittert über die Kasaken,dass sie für jeden Kasaken-Kopf 50 Ducaten bezahlten und von denPolen die Hinrichtung Konaschewitsch's und aller Starschinenforderten. Aber der Hetman war äusserst erstaunt, als, zur Zeit derFriedens-Unterhandlungen mit den Türken, die Polen in einem *derParagraphen des Vertrages sich treulos verpflichteten: »die Eigenmäch-tigkeiten der Saporoger zu zügeln und ihren Seeräubereien ein Ende zumachen.« Ueber solche Treulosigkeit empört, hob er sein ganzes Lagerauf, ging über den Dnjepr und kehrte nach Klein-Russland zurück.

Hier übergab er, alt geworden, und seiner schweren Kriegsfahrtenmüde und überdrüssig, den Oberbefehl über das Heer an seinen Na-kasny Ataman Peter Shitzki, und trug den General-Aeltesten undObersten auf, im Fall von Angriffen und sonstigen Kriegs-Aktionendessen Anordnungen auszuführen. Er selbst beschäftigte sich mit derinneren Verwaltung von Klein-Kussland, stellte die Unordnungen ab,verbot die Union, gab den Rechtgläubigen die ihnen fortgenommenenKirchen wieder, darunter auch das Kiewobratski-Kloster, welches erauf seine Kosten neu herstellte und versorgte, gründete in demselbendessen berühmte Schule, und wurde nach seinem 1622 erfolgenden Todeauch darin unter den Mönchen begraben, nachdem er 24 Jahre langHetman gewesen war.