734 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
gegen die Citaclelle schwere Geschütze auffuhren und ihr Feuer eröffneten,warfen sich die Türken in die Schiffe und machten sich über die Donaufort; den in Galatz zurückgebliebenen christlichen Einwohnern fügtendie Kasaken kein Leid zu.
Von Galatz ging Konaschewitsch nach Bessarabien. bekamaber von Sigismund Befehl, in seine Grenzen zurückzukehren, da einWaffenstillstand mit der Türkei abgeschlossen war. In der Nähe derpolnischen Grenze entliess er die polnischen Truppen und enthielt dannbei Fortsetzung seines Zuges am Bug die Nachricht aus der Ssjätschj,dass die Krym-Tataren über die Samara einen Raubzug in das östlicheKlein-Russland unternommen hätten. Nun brach Konaschewitsch,das Fussvolk nach Hause entlassend, mit der Reiterei rasch über denDnjepr auf, lagerte sich auf den Dnjepr-Wiesen nahe der Mündung vonKonskie-Wody , und entsendete häufige Patrouillen an die Samara, umüber die Rückkehr der Tataren Nachricht einzuholen. Als er hörte, dasssie mit ungeheurer Beute und einer grossen Menge Vieh bereits über dieSamara zurück seien, wo sie ein Nachtlager halten wollten, ging er inder Nacht an die Samara vor und griff mit Tages-Anbruch den Taborder Tataren an. Mit der ersten Salve verjagte er die tatarischen Pferde,und die zu Fuss gebliebenen und bestürzten Tataren durchbrach undstach er nieder, indem er mit einer Kasaken-Lawa den ganzen Tabordurchritt. Die sich freimachenden Gefangenen halfen ihm. indem siedie Waffen der Tataren ergriffen, welche in der Nacht auf einen Haufenzusammengelegt waren, und so wurden alle Tataren niedergemacht,und der ganze Tabor nebst allem darin Befindlichen verblieb den Kasa-ken und den befreiten Gefangenen (1617). Um die Türkei zu be-ruhigen , traten die Polen ihr Chotin ab und schleiften zwei am Dnjeprneu aufgebaute Kasaken-Städtchen.
Und plötzlich, nach solchen den Türken und Tataren beigebrachtenNiederlagen, wendete Konaschewitsch im Jahre 1618 seine Waffenmit Polen im Bunde gegen Gross-Russland! Mit 20000 Kasaken indessen Gebiet einfallend, nahm er Liwny mit Sturm, schloss Jelez ein,schlug den gegen ihn ausrückenden Wojewoden Polewoi, nahm ihngefangen, machte die in der Stadt befindlichen Tataren nieder, undeignete sich die für den Krym-Khan bestimmten russischen Geschenke,10000 Rubel in Werth, für die Kasaken zu. Von Jelez zog er nachSerpuchow, welches vom Fürsten P o sh arski besetzt und befestigt war;Letzterer war aber schwer erkrankt und an seiner Statt hatte Fürst Wol-konski den Befehl über die Truppen übernommen. Vor ihren Augen gingKonaschewitsch über die Oka, undalsWolkonski sich nach Kolomnaabzog, um dies zu decken, wendete der Hetman sich auf die KalugaerStrasse und stellte sich vor Moskau am Donski-Kloster auf. Volk und