Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 733
Türken. Diese warfen sich mit Ungestüm auf sie, die Kasaken aberihre Pferde tummelnd und schiessend lockten sie gerade in die Mittezwischen den beiden Anhöhen. Nun streckte Konaschewitsch durchKanonen- und Gewehr-Feuer von beiden Seiten zugleich Tausende vonTürken auf dem Platze nieder, umfasste ihre Cavallerie in Flanken undRücken, brachte sie in Verwirrung und machte viele derselben nieder;nur Wenige kamen mit dem Leben davon, indem sie Waffen und Fahnenwegwarfen und um Gnade baten, Einigen gelang es sich durch die Fluchtzu retten. Sämmtliche Geschütze der Türken, ihre ganze Bagage mitden Vorräthen, alle Waffen von Lebenden und Todten fielen den Siegernzur Beute. An Todten hatten die Türken 9715, in Gefangenschaft ge-rathen waren über 1000, darunter 7 Pascha's und 17 andere höhereFührer. Die Gefangenen sowie die Bagage sendete Konaschewitschnach Kamenjez-Podolski, er selbst verfolgte die Türken in die Moldauund Walachei, alle ihm entgegen tretenden Corps zersprengend und indie Flucht schlagend. Endlich bei Galatz stiess er auf die türkischeHaupt-Armee unter dem Befehl des Seraskiers, Pascha's von Silistria.Tapal-Islam. Nachdem er die Stellung desselben recognoscirt hatte,befestigte er selbst sein Lager mit Schanzen und Geschützen und er-wartete darin den Angriff der Türken. Da er aber sah, dass sie frischeTruppen zu Schiffe auf der Donau zur Verstärkung erhielten, so ent-schloss Konaschewitsch sich zum sofortigen Angriff, rückte mitTages-Anbruch aus den Schanzen, formirte sein Fussvolk in zwei Ba-towy, deckte es vorn durch Cavallerie und führte es gegen die Türken,indem er den Rücken und die eine Flanke an die Donau und an dieVorstadt anlehnte. Die erste Salve der Türken gegen die Reiterei derKasaken tödtete derselben viele Pferde. Dann aber zog sie sich lang-sam nach beiden Seiten auseinander, das Fussvolk aber stieg zur Donauhinab, umging dicht am Ufer die türkische Flankenbatterie und stürztemit Heftigkeit in das türkische Lager und in die Vorstadt, ohne denTürken Zeit zu lassen, noch einmal zu laden. Nach Abgabe einer Salvewarfen sie sich in das Handgemenge, während ein anderer Theil desFussvolks sich an die türkischen Schanzen schlich, eine Salve hinein-feuerte und dann die Türken mit der Lanze angriff; die Reiterei führtevon der anderen Seite einen Angriff aus, um die Kräfte der Türken ab-zulenken. Nach langem und mörderischem Kampfe wurden die Türkenendlich geworfen und flohen in die Stadt. Da es ihnen unmöglich war,Flinten und Pistolen rasch zu laden, so wurden sie von den Kasakenmit den Piken niedergestossen, gegen welche sie sich mit Säbel undDolch nicht schützen konnten. Der Hetman verbot den Kasaken dieweitere Verfolgung über die Citadelle und den Strom, sie erhielten aberAlles zur Beute, was sie im Türken-Lager gefunden hatten. Als dann