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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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732 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Krym-Tataren einen Einfall in die kasakischen Grenz - Ansiedelungenmachten und eine Menge von Gefangenen in die Krym fortgeschleppt hat-ten ; er fuhr sogleich mit einem Infanterie-Heere auf Saporoger Kähnen insschwarze Meer. Die eine Hälfte des Heeres wendete sich auf Kaffa, dieandere mit dem Hetman landete im Hafen von Serbulat, ging an denKaffaschen Bergen vorbei gegen Kaffa vor, das von dem zu Wasser undzu Lande angreifenden Hetman erstürmt wurde, befreite die dortigenGefangenen, machte die Einwohner nieder, plünderte die Stadt undübergab sie den Flammen. Dann zog er über die Berge noch Koslow,brannte dessen Vorstädte nieder, die Einwohner, welche sich in dieBurg geflüchtet hatten, baten um Gnade, lieferten alle christlichen Ge-fangenen aus und gaben noch viele Geschenke dazu. Nachdem er soden Feldzug glücklich beendet hatte, kehrte Konaschewitsch mitvielen Gefangenen und reicher Beute nach Klein-Russland zurück.

Um seine Hetmanschaft umzustossen und Unfriede und Fehdeuin das klein-russische Heer zu säen, wählten die Polen in den ihnenergebenen Regimentern den Hetman Demjan Kuschka. Dieserhatte schon unter Naliwaiko Ruhm erworben, und dachte nun nochgrösseren zu erlangen durch einen Feldzug in Bessarabien, um dievon den Tataren au den Grenzen Podoliens gefangen genommenen Chri-sten zu befreien. Als er sich aber Akkjermann näherte, wurde er vonTürken und Tataren angegriffen, gefangen genommen und getödtet.An seine Stelle wählten die Polen den Starschinen Borodawka, wel-chen aber Konaschewitsch in seine Gewalt brachte, vor ein Kriegs-gericht stellte, als einen Usurpator und Rebellen, und erschiesen Hess(1613). Die Polen aber erliessen ein Gesetz über »Ausrottung« derKasaken, wohei dem Krons-Hetman das Recht verliehen wurde, mitihnen wie mit »Staats-Verbrechern« zu verfahren.

Dessen ungeachtet fuhr Konaschewitsch mit seinen Kasakenfort die Tataren und Türken zu bekämpfen und die Küsten des schwarzenMeeres zu verheeren (1614), sie vernichteten eine türkische Flotille vonsechs Galeeren und zwanzig leichten Schiffen, zündeten Sinope und dasArsenal in Trapezunt an, und der Saporoger Golub verbreitete Schrekeuin Anatolien (1616). Als 80000 Türken unter Führung Skinder-Pascha's an den Grenzen von Polen erschienen, nahm die erschrecktepolnische Regierung keinen Anstand, Konaschewitsch als Hetmananzuerkennen. Nachdem er auf Sigismund's Befehl alle klein-russischen Truppen unter seinen Befehl genommen hatte, zog er mitihnen und den polnischen Truppen gegen die Türken in die Bukowinaund traf am oberen Dnjestr auf sie (1616). Sein Fussvolk, Reiterei undGeschütze auf zwei durch Gebüsch verdeckten Höhen aufstellend, machteer mit den leichten Truppen allein einen Schein-Angriff gegen die