Druckschrift 
Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
Entstehung
Seite
731
Einzelbild herunterladen
 

Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 731

§.215.

Krieg von Konasehewitsch-Sagaidatscriny bis zur Zwisehen-Hetmanschaft (15981622).

Zum Hetman gewählt, nannte Konaschewitsch sich Hetmanbeider Seiten des Dnjepr und des Saporoger Woisko. SeinemBeispiele folgten die klein-russischen Obersten, Ssotniki und Kasaken,welche anfingen sich Saporoger zunennen, zum Unterschiede von denen,die dem Hetman von Polen und den polnischen Magnaten gehorsamten. Erverband die Hetmanschtschina und dieSaporoshje eng mit einander, unddas war eine grosse Wohlthat für das unterdrückte Klein-Russland.Während dieser Hetmanschaft überschwemmten Sigismund, die pol-nischen Magnaten und deren eigentliche Seele die Jesuiten Gross-Russland mit den Prätendenten, und dieser Kampf des Betruges gegendie Wahrheit hatte grossen Einfluss auch auf Klein-Russland. Der ersteSchauplatz für die Kriegs-Operationen der Truppen waren Kiew, Tscher-nigow, Potschep, Nowgorod Sjäverski, und der ganze nördliche Theilvon Klein-Russland oder die Sjäversker Provinz, das Sjäversche Herzog-thum (Severiae ducatus).

Den Antheil der »Saporoger«, d. h. der Hetmanschtschina und derSaporoshje an den gross-russischen Kriegen der unruhigen Zeit hier dar-zustellen, würde nur eine Wiederholung des in den Kapiteln 25 und 26Gesagten sein. Desshalb sollen hier nur in Kürze die andern gleich-zeitigen Kriege und Feldzüge der »Saporoger« geschildert werden.

Im Jahre 1605 beunruhigten sie die Türken durch Einfälle in derenSeestädte, schliesslich plünderten und verbrannten sie Varna. Im Jahre1606 nahmen sie auf dem schwarzen Meere 10 türkische Schiffe weg.Im Jahre 1607 lief in Warschau die Nachricht von Vorbereitung derKrym-Tataren zu einem neuen Einfall ein, Sigismund sendete so-gleich in die Ukraine ein Heer, das zwischen Winniza und Nemirow vorObodna ein Lager bezog. Während dessen waren die Saporoger schon indie Krym eingedrungen, hatten Otschakow und Perekop von Grund auszerstört und waren glücklich und beutebeladen zurückgekehrt. Zum Dankdafür traf die polnische Regierung Maassregeln zu ihrer Unterdrückung,indem sie verbot, Kasaken in den königlichen Dienst aufzunehmen, aus-ser im grössten Nothfall.

Das machte jedoch keinen Eindruck auf Konaschewitsch, wel-cher zu der Zeit, da ein Theil der klein-russischen Kasaken unter Füh-rung des Fürsten Roman Roshinski in Gross-Russland focht, unauf-hörlich mit Tataren und Türken Krieg führte.

Im Jahre 1612 brachte Konaschewitsch in Erfahrung, dass die