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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 729

irischen Corps, nahm ihre Wagen, Kriegsmaterial und Vorräthe als Beutemit, äscherte Mohilew am Dnjestr und Sluzk ein, obgleich beides kleinerussische Städte waren, weil er sie anders nicht von den Polen säubernkonnte, die bei dieser Gelegenheit sämmtlich darin umkamen. Binnen31/2 Monat war ganz Klein-Russland von den Polen und Unirten ge-reinigt, es war, als ob ein Donnerschlag sich über denselben entla-den hätte.

Schliesslich vereinigte Naliwaiko sich mit L0b 0da am Slutscha-Fluss bei Lubny gegen Soloniza, wo der Krons- und der polnische Hetmanschon in einem mit Schanzen und Zaun befestigten Lager standen. DieKasaken liefen 4 Tage hinter einander dagegen Sturm und hatten end-lich schon die vorderen Befestigungen genommen, als ein königlicherCourier ankam, welcher den drei Hetmans den Befehl überbrachte. denKrieg und die Feindschaft zu beenden, einen Vertrag über ewigen Frie-den und Bestätigung aller Rechte Klein-Russlands zu schliessen, ihn an-gesichts beider Heere zu unterzeichnen und durch einen Eid zu bekräf-tigen; der König selbst nebst dem Heere, dem russischen Heere undVolke allgemeine Amnestie gewährend, bestätigte auf ewige Zeiten allePakte und Privilegien desselben. Der Befehl wurde ausgeführt, dasHeer ging auseinander, aber mit gegenseitiger heimlicher Feindschaft.

Nach Tschigirin zurückgekehrt, beschäftigte Naliwaiko sich mitHeilung der Klein-Russland durch den Krieg geschlagenen Wunden. ImJahre 1597 wurden nach alter Gewohnheit 12 Deputirte aus demWoiskound Volke zum Reichstage nach Warschau gesendet; es befanden sichdabei Oberst Loboda, der Regiments-Richter Feodor Mazeppaund der Kiewsche Ssotnik (Hunderter) Jakob Kisim. Auch Nali-waiko selbst begab sich nach Warschau, um dem Könige seine wahreaufrichtige Ergebenheit zu bezeugen. Kaum aber waren sie in War-schau angelangt, so wurden sie in der ersten Nacht verhaftet, in einenunterirdischen Kerker geworfen, grausam gefoltert, am dritten Tage aufden Marktplatz geführt, in einen kupfernen Kessel geworfen und an einemlangsamen Feuer geröstet ....

Diese ehrlose Wortbrüchigkeit, unmenschliche Grausamkeit undunerhörte Missethat war das Werk der polnischen Geistlichkeit undMagnaten, denen gegenüber der König machtlos und ein blindes Werk-zeug ihrer Willkür, Bosheit, Blutgier und Habsucht war. Sie legten demReichstage das Todes-Urtheil für ganz Klein-Russland vor, in welchemsie dessen Volk als ein hinterlistiges, treuloses, aufrührerisches, zurSklaverei. Verfolgung und Unterdrückung verurtheiltes bezeichneten.In Folge dieser Verurtheilung büssten die russischen Grundbesitzer,wenn sie nicht die Union annehmen wollten, ihre Ländereien ein, welchein die Hände der polnischen Schljachta fielen; die orthodoxen Kirchen