728 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
schwören sollten, lediglich dem Krons-Hetman zu gehorchen und denPapst nebst allen Festsetzungen der Brester Kirchen-Versammlung an-zuerkennen. Die Antwort darauf war die Wahl des General-JessaulPaul Naliwaiko zum Hetman (1596). Auf ein an Sigismund ge-sendetes Schreiben antwortete dieser nicht schriftlich, sondern befahlmündlich, sich friedlich und freundlich gegen die polnischen Truppenzu verhalten, was Naliwaiko auch dem Volke und Heere anempfahl.Aber die polnischen Magnaten dachten anders, — und die Kasaken er-fuhren , dass ihre Genossenschaft überall durch die Polen verhöhnt undgeschlagen wurde, in Tscherkassy und Bjela-Zerkow sich polnischeTruppen sammelten. Nun berief auch Naliwaiko seine Truppen nachTschigirin, legte sie in ein Lager am Flusse Tjasminja, das mit Schanzenund Geschütz verstärkt war, und wartete nun ab, dass die Polen zuerstdie Feindseligkeiten eröffnen würden. Bald erschien auch ein polnischesHeer unter Sholkjäwski's Befehl. Naliwaiko pflanzte auf eine An-höhe drei weisse Banner mit Kreuzen und der Unterschrift: »Friede derChristenheit, aber Gott und das Kreuz sind gegen den Anfänger«. DiePolen aber stellten dem gegenüber drei Galgen auf mit den daran aufge-hängten kleinrussischen Starschinen Bogun, Woinowitsch und Su-tyga, und schrieben darunter: »Strafe den Empörern«. Dann gingendie Polen zum Sturme vor, Naliwaiko empfing sie mit heftigem Feueraus Geschützen und Gewehren und legte unter dem Schirme des dichtenPulverdampfes einen auserlesenen Theil seines Heeres in ein Versteck,aus welchem er plötzlich gerade gegen das Centram des polnischenHeeres vorbrach; gleichzeitig warfen sich auch die übrigen Kasakenaus dem Lager auf beide Flügel der Polen. Letztere. von drei Seitenattakirt, geriethen in Verwirrung, und rund um die an den Galgen hän-genden Leiber der Aufgehenkten machten nun die erbitterten und inWuth gerathenen Kasaken die Polen nieder, Niemandem Pardon gebend,nicht einmal den Verwundeten und sich in den Fluss Stürzenden; nurWenige entkamen, welche besonders gute Pferde hatten. 17330 Leichengefallener Polen wurden, nach den Worten des Chronisten, von denKasaken unter den Aufgehenkten in eine Grube geworfen und mit einemungeheuren Erdgrabhügel bedeckt; die Leichen der aufgehenkten Ael-testen wurden als Märtyrer feierlich in der Tschigiriner Preobrashenski-Kathedrale beigesetzt.
Nach dieser blutigen, den Polen gerechte Vergeltung heimzahlenden,Schlacht theilte Naliwaiko sein Heer in zwei Theile: den einen unterLoboda's Befehl schickte er in die Städte am Dnjepr mit dem Befehl,alle Polen und Uniirten bis auf den Letzten daraus zu verjagen (wasauch geschah), mit dem anderen rückte er gegen Dnjepr und Dnjestrvor. Unterwegs zersprengte und vertrieb er alle ihm begegnenden pol-