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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 725

alle polnischen und klein-russischen Kauf leute in beiden Fürstenthümernund der Krym in Haft zu nehmen. Bathori überantwortete Schachdem Gerichte, das ihn der Hetmanschaft entsetzte und in das Kanjewski-Kloster einschloss.

An seine Stelle wurde der Oberst Demjan Skalosub gewählt(1582). Auf die Nachricht, dass die Krymzer die Grenzen von Klein-Russland angegriffen und einige Hundert Einwohner weggeschleppt hät-ten, machte sich der Hetman ungesäumt mit der Reiterei nach der Kryni-Steppe auf, um die Gefangenen zu befreien. Bathori aber befahl, siedurch List, ohne offene Feindseligkeit zu befreien, um die EinmischungderTürken zu vermeiden. InFolge dessen gab der Hetman demNetscbaiden Auftrag, die Kähne zu vermehren und das Saporoger Woisko zu einergeheimen Expedition auszurüsten. Bald darauf erschien er selbst in derSsjätschj mit der Reiterei, liess drei Regimenter absitzen, schiffte sie mitder gleichen Zahl Saporoger in die Kähne ein und liess diese dann un-ter dem Befehl des kl ein-russischen Obersten P er ebjinoss und desSaporoger Heerschreibers Boguslawez in See stechen. Den Ocho-tschekomonnye-Kasaken befahl er, am Meerbusen und der Küste bis zuden Krym-Küstenstrichen zu gehen, die Häfen zu sperren, alle auslau-fenden Schiffe zu durchsuchen und die darin befindlichen russischen Ge-fangenen weg zu nehmen. Eine Abtheilung Kähne schickte er nach derSpitze des Busens von Perekop oberhalb der Festung Serbulat. Er selbstrückte mit einer grossen Zahl Fussvolk und Reiterei an die Orsker Linie,versperrte die Thore und gab sich den Anschein, als wolle er durch die-selben gehen. Indessen erreichte die Abtheilung der Saporoger Schiffeden Busen von Perekop. Ohne die Truppen hiervon in Kenntniss zusetzen, befahl der Hetman dem General Obosny Surmylo die Unter-nehmungen gegen die Linie fortzusetzen, um die Krymzer dadurch zuveranlassen, ihre Gefangenen in die Seestädte zu schaffen.. Er selbst be-stieg zur Nacht die Saporoger Schiffe, vereinigte sich auf dem Meere mitseiner Flotille, bezeichnete derselben verschiedene Häfen und steuertefür seine Person in den Busen von Kertsch, wo er die bedeutendste Aus-fuhr von Gefangenen vermuthete. Hier aber führten alle seine listigenAnschläge nur zu seinem eigenen Verderben. Kaum war er in den Hafenvon Kertsch eingelaufen, so wurde er von türkischen Schiffen umringt,nach langem Kampfe mit allen bei ihm noch am Leben befindlichen ge-fangen genommen, nach Konstantinopel gebracht und dort dem Hunger-tode preisgegeben. Boguslawez wurde bei Koslow von den Türkenergriffen, aber durch die Seinigen herausgehauen, und kehrte nach Klein-Russland zurück, wo auch Surmylo und Per ebjinoss mit ihrenTruppen eintrafen.

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. 47