Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 719
anfänglich dort nach Saporoger-Art unbeweibt, dann aber riefen sie dieDon-Kasaken herbei, welche in ihrem Städtchen Donsk lebten, ver-einten sich mit diesen, heiratheten, nahmen deren Gebräuche an undlegten damit den Grund zu der Hauptstadt des donschen Heeres, dassich nun allmählich bedeutend vermehrte.
In demselben Jahre 1570 wurde Swirgowski Ataman der Sa-poroger, unter dessen Befehl diese nicht aufhörten, die Tataren zu be-unruhigen und die türkischen Kauf leute zu berauben. Der Sultan führteKlage beim König, aber dieser gab derselben keine Folge. Swirgowskiwurde 1574 zum General des Train ernannt, und im folgenden Jahre(1575) wurde der Grund gelegt zu einer neuen Festung gegen die Tataren(dem heutigen Krementschug).
Nach dem Tode Sigismund's IL August im Jahre 1572, zurZeit des Interregnums, wurde der Hetman Fürst Michael Wisch-newezki im Jahre 1574 vom Könige als Gesandter in fremde Ländergeschickt und an seiner Stelle Swirgowski erwählt.
Unmittelbar nach seiner Ernennung bat der Hospodar der Moldau.Johann Ar mj an in,- ihn um Hülfe gegen den Hospodar der Walachei,Alexander, und den Türken-Sultan M u r a d III. Unter Zustimmungder polnischen Regierung brach Swirgowski mit den Kasaken nachder Moldau auf, und in der ersten Schlacht gegen die Türken am23. April 1575 bei der Stadt Soroki am Dnjestr gegenüber von Zjächa-nowka, schlug er die Türken aufs Haupt, nahm ihren Haupt-PaschaKara-Mustapha nebst vielen Offizieren gefangen, und schickte sienebst der Beute nach Polen. Demnächst stiessen bei Soroki noch6000 Mann moldauische Truppen zu Swirgowski, und er zog nachBrailow, vor welchem Orte ein türkisches Heer lagerte. Er liess in seinemLager nur die Wacht-Feuer brennen, lockte dadurch die Türken indasselbe, umzingelte sie, drängte sie zurück und bemächtigte sich ihrerWagen. Brailow aber hielt gegen einen viertägigen Sturm Swir-gowski's Stand. Zu Letzterem gesellten sich noch 3000 Mannmoldauische Truppen, während den geschlagenen türkischen 16000Türken zu Hülfe zogen. Diesen verlegte Swirgowski den Weg, wo-bei 7000 derselben anf dem Kampfplatz blieben, dann wendete er sichnach Akkjerman oder Bjälgrad am Dnjestr, brannte die Hälfte der Vor-städte nieder, schnitt einen Theil der Garnison ab, der sich ihm entgegengeworfen hatte, und kehrte zur Moldau zurück. Hier theilte er seinHeer in zwei Hälften: die eine Hälfte unter dem Befehl des OberstenSawwa Gansha schickte er auf Bukurescht, mit der anderen zog ernach Galatz, und an den Koschewoi Pokotyl in der Saporoger Ssjätschjsendete er den Befehl, sein Fussvolk auf Schiffen ins schwarze Meer zuschicken und keine Landung der Türken in Donau oder Dnjestr zuzu-