718 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
festigte es mit Verschanzungen und Geschützen, und trug seinen Rei-tern auf, den Feind durch häufiges Schiessen zu beunruhigen. Er selbstrückte mit einem starken Reiter-Corps mehrere Tage hintereinandergegen das feindliche Lager vor, beunruhigte es durch Schiessen undkehrte dann wieder in sein Lager zurück. Nachdem er so die Tatarenund Türken an dies Verhalten gewöhnt, und mit der russischen Be-satzung der Stadt sowie mit dem Wojewoden des russischen Hülfs-Heeres, das sich auf einer Sandbank der Wolga verschanzt hatte, einengleichzeitigen Angriff auf die Tataren und Türken verabredet hatte,formirte er am 26. September 1569 bei Tages-Anbruch seine Reitereiin einer langen Lawa, hinter ihr 15000 Mann Infanterie in Colonne, undrückte nun in dieser Ordnung vor. Als sie dies bemerkte, machte dieGarnison einen Ausfall aus der Stadt und umschwärmte die türkischenVerschanzungen. Die Türken, welche Wischnewezki wie sonst auch,nur mit Cavallerie kommen sahen (das dahinter marschirende Fussvolkkonnten sie nicht bemerken, beachteten ihn nicht weiter, sondern bra-chen aus ihrem Lager zur Unterstützung ihrer Verschanzungen gegendie Stadt-Besatzung hervor. Im selben Augenblicke eilte die ReitereiWischnewezki's auf nächste Entfernung an das türkische Lager heran,theilte sich dann plötzlich nach beiden Seiten, und nun brach das da-hinter marschirende Fussvolk mit Ungestüm gegen das Lager vor, dranghinein und bemächtigte sich sofort der sämmtlichen Geschütze daselbst.Die im Lager verbliebenen Türken eilten nach den Schanzen um Hülfe,aber ehe diese nachfolgen konnte, hatten die Kasaken schon die eige-nen Geschütze der Türken gegen diese gerichtet und empfingen sie mitfurchtbarem Feuer. Die Türken flohen in das Tataren-Lager, Wisch-newezki verfolgte sie mit der Reiterei nachdrücklichst, machte Vielenieder oder zu Gefangenen, und die Besatzung der Stadt nahm inzwi-schen die türkischen Schanzen weg. In der Nacht flohen Türken und Ta-taren, und Astrachan war frei, Dank den klugen Anordnungen und derKriegslist Wischnewezki's. Dieser theilte die im türkischen Lagergewonnene reiche Beute zwischen seine und die russischen Truppen, einenTheil aber gab er auch dem klein-russischen Skarb, alle schweren tür-kischen Geschütze dagegen wurden den russischen Truppen überlassen.Nach Angabe des klein-russischen Chronisten waren die klein-russi-schen Truppen, besonders die Ochotschekomonnye-Regimenter und dieSaporoger mit dieser Theilung der Beute keineswegs zufrieden, murrtengegen Wischnewezki, und in einer Nacht verliessen deren über5000 sein Lager und zogen zur Mündung des Don. Dort erbauten sieauf einer oberhalb Asow gelegenen Sandbank am entgegengesetztenUfer (im Jahre 1570) die Stadt Tscherkask, nach dem Namen ihrerStadt Tscherkassy am Dnjepr, Hessen sich dort nieder und wohnten