720 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
lassen. Die Saporoger vertheilten sich an den Mündungen dieserStröme und auf dem Meere, nahmen eine Anzahl türkischer Schiffe mitTruppen und Vorräthen fort, drangen dann in die Donau ein, verwüstetenund verbrannten alle Ansiedelungen der Türken und zerstörten derenBefestigungen. Während dessen durchstreiften Swirgowski undund G a n s h a die Moldau und Walachei, und vertrieben die türkischenAbtheilungen, wo sie sie nur fanden. Aber das Glück blieb Swir-gowski und dem moldauischen Hospodar nicht treu. Der Letztereentsendete den moldauischen Bojaren Tscharnewitsch mit 12000Mann zur Beobachtung der Bewegungen der Türken; diese aber bestachenTscharnewitsch mit 30000 Zechinen, so dass derselbe 200000 Türkenüber die Donau liess, ohne den geringsten Widerstand zu leisten, unddem Hospodar versicherte, es seien höchstens 30000 Mann. In der balddanach stattfindenden Schlacht ging Tscharnewitsch gleich zuAnfang mit seiner Reiterei zu den Türken über; der Hospodar wurdeumzingelt, gefangen genommen und aufs Grausamste umgebracht. DasSchicksal der Kasaken wird von den kleinrussischen Schriftstellern ver-schieden angegeben: nach Miller und Engel wären nur 250 Kasakenam Leben geblieben, welche, nach verzweifelter Gegenwehr bis auf16 zusammengeschmolzen, unter denen Swirgowski selbst, sich end-lich ergeben und ihr Leben in Ketten geendet hätten; die Türken fordertensolche ungeheure Loskauf-Summe für sie, dass sich Niemand fand, derdiese bezahlen konnte oder wollte. Konisski dagegen sagt, dass, alsSwirgowski aus der Moldau nach Kilia in Bessarabien ging, er ver-rätherischer Weise durch einen Armjaninen benachrichtigt sei, es be-fänden sich in Kilia unermessliche , von den Türken in der Moldau undWalachei zusammengeraubte Schätze, welche nur von einer schwachenGarnison beschützt seien, worauf er sich sofort zum Sturm auf Kilia ent-schlossen habe. Ohne in seinem Lager Truppen zurückzulassen oder eszu befestigen, habe er seine Truppen von drei Seiten auf einmal zumSturm vorgeführt. Die Türken aber hätten an zwei Stellen Minen ge-sprengt und mit diesen Swirgowski und eine Menge von seinenKasaken getödtet, den übrigen seien die Türken in den Rücken gefallenund hätten Viele niedergemacht und auseinander getrieben. Letztereseien lange in der Moldau herumgeirrt, endlich hätten sie das CorpsGansha's gefunden und seien mit demselben in ihr Gebiet heimge-kehrt.
Während dessen waren die Krym-Tataren Ende 1575 in Klein-Russland eingebrochen. Die Saporoger theilten dies dem KiewschenWojewoden Fürsten Ostroshski mit, welcher in der Eile zusammen-zog, was er an Kasaken aus Kiew, Kanjew und Tscherkassy habenkonnte, die Saporoger damit vereinigte, und dann gegen die bereits am