714 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
Lager rasten, ihre Reiter hinter sich her schleifend. Die inzwischenherangekommenen übrigen Truppen Roshinski's richteten ein ver-heerendes Geschütz-Feuer auf die Tataren, durcheilten deren ganzesLager, besiegten sie vollständig, jagten sie in die Flucht, nahmen alleihre Fahrzeuge fort und machten eine ungeheuere Beute.
Von russisch Bjelgorod zurückkehrend, stiess Roshinski auf Tür-ken und Tartaren, welche aus tatarisch Bjelgorod (Akkjerman) ausgezogenwaren, in der Hoffnung durch unvermutheten Ueberfall ihm die eroberteBeute wieder ab zu jagen. Er aber hatte davon erfahren, dirigirte alleseine Fahrzeuge auf Umanschtschinje, während er selbst über den Bugging, sich in Schluchten und Büschen am Flusse Kadima oder Kodymaversteckte , und sowie die Tataren und Türken erschienen, sie plötzlichumzingelte, niedermachte, aufs Haupt schlug, die Trümmer nach Akkjer-man jagte, und abermals reiche Beute gewann.
Diese Thaten Roshinski's bezeugen zur Genüge, welch'ausge-zeichneter Feldherr er war. Von da an traten viele Polen in Dienstebei den klein-russischen Regimentern und waren stolz auf den NamenKasaken.
Während dessen zeichneten sich auch Daschkowitsch und Di-mitrji Wischnewezki von Zeit zu Zeit durch Kriegsthaten aus.Der Erstere behauptete sich im Jahre 1523 in Tscherkassy 13 Tage langmuthig und ausdauernd gegen den krymschen Saidet-Ghirei, wel-cher mit einem Heere und 50 Geschützen diese Stadt belagerte, in diesichlslam, der SohnMahmet-Ghirei's, geflüchtet hatte, nachdemer zweimal Saidet vom Thron gestossen hatte. Endlich verlor Saidetdie Geduld und berief Daschko witsch zu Unterhandlungen zu sichins Lager. Nachdem dieser Bürgen von Jenem erhalten hatte, begab ersich zu ihm, schmauste mit ihm, und wurde aus einem Feinde Sigis-mnnd's dessen Freund.
§. 212.
Kriege von Wenzeslaw Chmjälnitzki bis zu Feodor Bogdan
(1534—75).
Im Jahre 1534 starb Roshinski und an seine Stelle wurdeWjänshik (Wenzeslaw) Chmjälnitzki gewählt. Als er vonSigismund den Befehl erhalten hatte, die Krym-Horde abzuwehren,welche aus der Krym und Bessarabien durch Podolien und Volhyniengegen Polen vordrang, machte sich Chmjälnitzki und den einregi-strirten Kasaken nach Polen auf, nach Volhynien schickte er zur Deckungder Grenze nach, dieser Seite die Saporoger und die OchotschekomonnyeRegimenter. Die Einen wie die Anderen in viele Corps theilend, befahl