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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 713

Fourage ans dem Skarb und von dem Pospolitstwo (der gesammtenLandes-Vertretung) versorgt. Die Reiterei war mit Stutz, Pistole, Säbelund Lanze,dasFussvolkmit Flinte, Lanze und Dolch bewaffnet. Dieseganze Bewaffnung wurde aus der Türkei und Schweden bezogen, Auf-stellung und Art der Bewegungen und des Kampfes auf dem Marscheund im Gefecht blieben die früheren, einige Verbesserungen jedoch aus-genommen. Der Marsch in der Colonne hiess idti soganoju (imHaufen gehen); bei Gefahr wurde statt des viereckigen Carre's einDreieck formirt; die Linien formiren hiess stanowitjsja wlawy.die Formation in drei Gliedern hiess batowaja. Um Freiwillige an-zulocken, waren fünf Regimenter Ochotschekomonnye errichtet,welche nach dem Namen ihrer durch die Hetmans ernannten Oberstengenannt wurden; der gemeinsame Name für diese Regimenter warGuljtjai. Sie erhielten einen kleinen Sold, versorgten sich aber bessernoch durch Jagd und Fischfang, und wurden an den Flüssen Samara.Bug und Dnjestr unterhalten.

Diese verständige und regelrechte Kriegs-Organisation des klein-russischen Kasaken-Heeres durch Roshinski wurde von Sigismund I.bestätigt, welcher sich bald von ihrer Nützlichkeit überzeugte.

Im Jahre 1516 erhob sich der Krym-Khan zum Kriege gegen Klein-Russland und Polen. Roshinski rückte ihm entgegen, stiess anderGrenze bei Bjelgorod amDonez auf ihn und Hess sich von ihm angreifen.Der Khan umzingelte ihn sofort von drei Seiten, die Tataren entsendeteneine Wolke von Pfeilen und stürzten dann mit furchtbarem Kriegsgeschreizum Angriff vor. Roshinski's Truppen standen mit dem Rücken ge-gen den Fluss und ihren Train; die Reiterei sass ab, und formirte sichmit dem Fussvolk gemeinschaftlich in Schlacht-Ordnung und sie richte-ten nun ein heftiges Artillerie- und Gewehr-Feuer auf die Tataren. Hier-durch starke Verluste erleidend, begannen die Tataren sichzurückzuziehen.Roshinski aber that, als könne er sich nur vertheidigen, nicht aberangreifen, und verbot seinen Truppen, sich von der Stelle zu rühren.Die Tataren erneuerten nun den ganzen Tag hindurch vergeblich undmit immer grösseren Verlusten ihre Angriffe, und zogen sich endlich zurNacht in die Steppe zurück, wo sie ohne irgendwelche Sicherheits-Maass-regel einLager bezogen. Gegen Mitternacht brach Ro shinski in grössterStille gegen ihr Lager auf, das er mit Tages-Anbruch erreichte, als diePferde derselben, nach ihrer Gewohnheit, an Stricke gebunden, welche umdie Hände der schlafenden Reiter festgeschlungen waren, weideten. Erschickte ein Reiter-Corps mit Raketen voraus, welche mit je sechs Schüs-sen ausgerüstet waren und Ricochett-Schüsse geben konnten. DieseKasaken jagten gegen das Lager vor, feuerten ihre Raketen zwischen diegrasenden Pferde ab. welche erschrocken im vollsten Laufen durch das