710 III. Von Einführung der Feuerwaffen "bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
bei ihnen ein, nach Art der altrömischen. Als oberstes Gesetz unterihnen stellte er freie Auswahl der Offiziere und gemeinschaftliche Ent-scheidung über alle Angelegenheiten, für den Krieg aber blinden Gehorsamgegen den Führer. Ertragung aller möglichen Beschwerden und Entbeh-rungen, Verachtung der Gefahr und des Todes, und gleiche Theilung derBeute auf. König Sigismundl. von Polen erlaubte ihm auch oberhalbder Fälle ein Vorwerk zu erbauen und gab ihmKanjew und Tscherkassy.den Kasaken aber Land und Nutzungen zu beiden Seiten des unterenDnjepr und zwischen den Flüssen Konska, Samara, Kalmius, Taschlykund Bug zu Besitz.
So entstand und entwickelte sich das in seinen Anfängen unbe-deutende Saporoger Woisko (Heer) und Saporoger Ssjätchj(Niederlassung, Mark) in Form einer Grenzwache, welche in der Folge-zeit sehr anwuchs und für Tataren und Türken, für Polen und Russenbedrohlich wurde, nicht selten auch sehr eigenwillig, und aufrührerischauftrat. Anfänglich vermischten sich die Saporoger mit den aus den an-gesiedelten Wohnungen ernannten Kasaken, dann nahmen sie Unver-heirathete in ihrer Mitte auf. Mit Jagd und Fischfang, Krieg gegenTataren und Türken beschäftigt, liebten sie ihre Inseln (deren bedeu-tendste die schon im 10. Jahrhundert bekannte Chortiza war) und Un-freies Kriegs-Leben mit Leidenschaft, legten Befestigungen an (Städt-chen, Forts und Verhaue) und beschlossen immer unverheirathet zu blei-ben. Und gleich von Anfang an waren ihre Kriegsthaten so hervor-ragend, dass sie die Aufmerksamkeit des benachbarten Klein-Russlandsauf sich lenkten.
Im Jahre 1498 führten Walachen, Tataren und Türken einen Ver-heerungs-Zug nach Klein-Russland aus und schleppten über 100000 Ein-wohner in Gefangenschaft fort. 1499 unternahmen die Türken alleineinen gleichen Zug bis nach Galitsch hin. Im Jahre 1506 drangen dieKrym-Tataren zweimal in Klein-Russland und Lithauen ein und demKhan wurde ein Tribut von 15000 Golddukaten von Polen gezahlt. Anallen diesen Kriegen bis zum Petrkowschen Reichstage im Jahre 1511 nahmweder Lanzkoronski noch Daschkowitsch Theil. Aber auf desLetzteren Antrag wurde auf diesem Reichstage beschlossen 4000 Mannklein-russische Cavallerie zum Schutze von Podolien zu unterhalten, sodass immer je 2000 Mann die andern 2000 ablösten. Nach dem Zeug-niss aller polnischen Schriftsteller war dies zugleich das erste Mal, dassklein-russische Kasaken in Polen erschienen, bereits organisirt und vonder polnischen Regierung anerkannt. Und schon das nächste Mal imJahre 1512 schlug Lanzkoronski zugleich mit dem Fürsten Kon-stantin Ostroshski vor Wischnewjez die Krym-Tataren, von denen24000 in der Schlacht umkamen. Freiwillig auf die Hetmanschaft ver-