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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Kriege der Don- und Dnjepr-Kasaken. 709

gersohn des Fürsten Ostroshski und Verwandter des polnischen Kö-nigs Alexander, Predslaw Lanzkoronski zum ersten klein-russischen Hetman mit den Hechten eines königlichen Statthaltersernannt. Bald danach, im Jahre 1511, erscheint auch hei den Saporogernder erste Koschewoi Ataman (Schirrmeister), EustaphjiDaschkowitsch. Seitdem regieren bis zum Ende des 16. Jahrhundertsüber Klein-Russland nur Hetmans, welche vom klein-russischen Volkeaus seiner Mitte erwählt waren, und die klein-russischen und SaporogerKasaken zeichnen sich durch kühne Kriegsthaten aus. Die Letzterenmachten den Krym-Khan und den Sultan der Türkei zittern, die Ersterenvermochten dem Könige von Polen Achtung vor sich, ihren Rechten undFreiheiten abzuzwingen. Stephan Bathori schützte die klein-russi-schen Kasaken ganz besonders, weshalb sie ihm auch treu und eifrigdienten. Das war die Zeit der Blüthe für Klein-Russland, wie für Li-thauen und Polen. Auch in kriegerischer Hinsicht ist diese Periode inder Geschichte Klein-Russlands sehr bemerkenswerth. Die Helden der-selben sind: Lanzkoronski, Daschkowitsch, Fürst DimitrjiWischnewezki, Eustaphji Roshinski, Wenzeslaw Chmjäl-nitzki und Feodor Bogdan.

Von diesen erwarb sich vor Allen einen berühmten Namen E u s tap h j iDaschkowitsch in dem Kriege Johann's III. gegen Alexandervon Lithauen und Polen (s. Kapitel 23 § 184). Er sowohl wie Lanz-koronski waren reich an kriegerischem Ruhme und ergebene treueFreunde des zu jener Zeit berühmten Fürsten Konstantin Iwano-witsch Ostroshski, WojewodenvonTrozk, Kastellans vonWilna undGross-Hetmans von Lithauen. Ostroshski, ein treuer Sohn derorthodoxen Kirche, hochgebildet, mild, gütig, weichherzig, war ein aus-gezeichneter Feldherr, wohlbewandert im Kriegswesen, von 35 Schlach-ten, in denen er befehligte, hat er nur zwei verloren (amWedroscha-Flussam 14. Juli 1500, und vor Sokalo am Bug 1519). Als er, an der We-droscha in Gefangenschaft gerathen, nach Moskau geführt wurde und inJohann's III. Dienstetrat, folgte ihm Daschkowitsch dorthin undtrat gleichfalls über. Und als Ostroshski wieder nach Lithauenzurückging, folgte Daschkowitsch ihm auch wieder dahin. Letzte-rer wendete sich zu den Dnjepr-Inseln unterhalb der Fälle zu den dortzerstreuten und nicht organisirten freien Kasaken, wurde von ihnen zumKoschewoi erwählt, gab ihnen eine regelmässige Kriegs- und örfent-liche Verfassung und wurde ihr Gesetzgeber, eine Drohung undSchrecken für die Tataren. Der Saporoger waren noch nicht viele : imJahre 1522 nicht über2000, 1535 etwa3000. Daschkowitsch theiltesie in Ssotnien und Regimenter, bewaffnete Jeden mit Flinte und Säbel,wählte Offiziere unter ihnen aus und führte eine strenge Kriegsdisziplin

Galitzin, Allgem. Kriegsgeschichte II. 2. 46