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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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708
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708 HI. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.

Im Jahre 1435 nahmen die Kasaken an dem Kriege des'lithauischenGrossfürsten Sigismund Keistutowitsch mit [Swidrigail Theil.

Als im Jahre 1439 der König Wladislaw III. Jagailowitschvon Polen für Ungarn gegen die Türken Partei ergriffen hatte, besiegteer die Letzteren anfänglich zweimal in dem Semigrader Fürstenthum,und dann an der Donau. An diesen Schlachten nahmen 43700 KasakenTheil unter Führung des Wojewoden von Kiew, Swjätoldowitsch(wie man annimmt der Hetmann Wenzeslaw's, s. oben), und vonSjäversk, Olgowitsch.

Im Jahre 1444, als Odelko Wladimirowitsch, Schwieger-sohn Wassilji's II. des Finsteren, Grossfürsten von Moskau, Statt-halter in Kiew war, nahmen die Kasaken an dem für die Polen unglück-lichen Kriege und der Schlacht vor Varna gegen Sultan Murad II.Theil, wo Wladislaw III. im Kampfe fiel. Die unter Befehl des Wo-jewoden Olgowitsch stehenden Kasaken erlitten mit den Polen ge-meinschaftlich eine Niederlage: kaum die Hälfte von ihnen blieb un-verletzt und entfloh nach Bulgarien, von wo sie durch ihre bulgarischenGlaubens-Genosseu auf Schleichwegen über die Donau geleitet wurden.

Nach Odelko's Tode ernannte König Kasimir IV. von Polen undLithauen den Sohn Odelko's, Simeon, zum Statthalter in Kiew.Dieser war der letzte Kiewsche Statthalter aus dem Fürsten-Geschlechtdes h e i 1 i g e n W1 a d i m i r, ein weiser Regent und kriegerischer Heer-führer. Eine seiner hervorragendsten Kriegsthaten war die Nieder-werfung der Wolga-Tataren (1467). Nach seinem im Jahre 1471 er-folgten Tode ernannte Kasimir IV. zum Stadthalter in Kiew nichtden Bruder oder Sohn Simeon 's, sondern den lithauischen WojewodenMartin Gastold.

Im Allgemeinen verfuhr aber, trotz aller durch die kleinrussischenKasaken im Laufe von l*/2 Jahrhunderten (13501500) Lithauen undPolen geleisteter Dienste, sowie trotz aller Urkunden und Privilegienvon Seiten der lithauischen Fürsten und polnischen Könige, Lithauenund besonders Polen häufig sehr willkürlich und ungerecht mit Klein-Russland, bedrängte den orthodoxen Glauben und beleidigte die Eigen-liebe des Volkes, indem Lithauer wie Polen zu russischen und klein-russischen Wojewoden ernannt wurden.

§. 211.

Kriege von Lanzkoronski bis zu Wenzeslaw Chmjälnitzki(15001534).

Von 1499 an vollzog sich in der Lage Klein-Russlands eine fürdasselbe wohlthätige Aenderung. In diesem Jahre wurde der Schwie-