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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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692 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigj ährigen Kriege etc.

haisk, — und in Moskau blieb nur eine Hand voll Polen zurück,welche in der Chinesen-Stadt und dem Kreml belagert 'und von allenMitteln zur Verproviantirung abgeschlossen waren! Es erübrigte nurnoch sie nachdrücklichst zu bedrängen und zur Uebergabe zu zwingen.Da aber entstand höchst bedauerlicher Weise abermals eine Zwistigkeitzwischen den Aufgeboten Trubezkoi's und Posharski's. DerErstere, als Bojar, forderte, dass Posharski als Stolnik, und Min inals Handelsmann zu ihm zur Berathung in den jTabor reiten müssten(ein sonderbares Verlangen — zu solcher Zeit). Posharski undMinin weigerten sich dessen, nicht weil sie das Verlangen erniedrigendfür sich fanden, sondern aus Besorgniss vor den Kasaken. Dazu er-schienen noch neue, verächtliche und aufrührerische Feinde — Iwanund Wassilji-Scheremetjef, von welcher) der Erstere mit denalten Verräthern: Grigorji-Schachowskoi, Iwan-Pleschtsche-jef und dem Fürsten Iwan-Sassj äki, die Hetmans und Kasakenzu überreden suchte, dass sie Jaroslawl, Wologda und andere nor-dische Städte plündern und zerstören und sogar Posharski erschla-gen sollten, damit in Moskau »Lithauen sitze» und sie nach ihrem Ge-fallen thun könnten, was ihnen im moskauischen Staate beliebte.

Unter diesen schwierigen Umständen war das unzweifelhaftWichtigste , die Kasaken nicht vor Moskau fortzulassen, damit sie nichtdie nördlichen Städte wegnehmen konnten. Und wieder erschien alsErretter ein Geistlicher, wie vordem Palizyn, in der Person desArchimandriten des Troizko-Klosters , Dionys. Nach Berathung mitder Kloster-Bruderschaft schickte er den Kasaken die Klosterschätze,kostbare kirchliche Gewänder, als Unterpfand für 1000 Rubel auf kurzeZeit, nebst einem ermahnenden Schreiben. Das rührte glücklicherWeise die Kasaken so sehr, dass sie sich beriethen und, nicht wagenddie kirchlichen Gegenstände in Unterpfand zu nehmen, diese zurück-gaben und versprachen Alles zu erdulden und nicht vor Moskau abzu-rücken.

Nachdem dies in Ordnung gebracht, war es es nöthig auch dieandere Angelegenheit zwischen den Wojewoden zu ordnen, und sowurde von dem ganzen Batj beschlossen, dass alle Wojewoden sich aufeinem zwischen beiden Lagern gelegenen Punkte einfinden und dort ingemeinsamen Eathe über die Landes-Angelegenheiten verhandeln sollten,wozu an alle Städte Einladungen erfolgten.

Kaum aber waren diese Dinge vor Moskau (im September) geordnet,so trafen von Norden her schlechte Nachrichten ein. Die Tscherkassen(kleinrussische Kasaken) hatten sich von Chodkjäwitsch getrennt,waren auf Wologda marschirt, am 25. September eine Stunde vor Son-nenaufgang unerwartet über diese Stadt hergefallen, hatten sie einge-