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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkensvertlieste Kriege und Feldzüge. 691

vorbrachen und ihre Fahne auf der St. Clernens-Kirche aufzogen. DerAnblick dieser Fahne auf der orthodoxen Kirche erbitterte die Kasakenderart, dass sie sich mit Ungestüm auf die Clementjew-Schanze warfenund die Polen hinausschlugen. Da sie dann aber sahen, dass sie alleinsich mit den Polen schlugen uud die Russen ihnen nicht zu Hülfe kamen,verliessen sie gegen diese ergrimmt und auf die D worj anen schimpfenddie Schanzen und versicherten, dass sie nie wieder zum Kampfe aus-rücken würden. Die Polen besetzten die Clementjew-Schanze vonNeuem, und Chodkjäwitsch schlug sein Lager bei der Kirche derheiligen Katharina (an der Ordynka) auf.

Als Posharski und Minin den Erfolg des Feindes bemerktenund einsahen, dass sie mit ihrem Aufgebot allein die Sache nicht haltenkonnten, baten sie Abraham Palizyn sich mit vielen Dworjanen inden Tabor der Kasaken zu begeben und sie zu bewegen, dass sie gegendie Polen gingen und die Lebensmittel-Vorräthe nicht in die Kitai-Gorodund den Kreml gelangen lassen möchten. Palizyn brachte dies auchzu Stande, so dass sie alle durch den Fluss eilten, und als Posharski' sOpoltschenie dies sah, brach sie auch vor. Die Clement]ew-Schanzewurde den Polen wieder entrissen, und das russische Fussvolk legtesich in alle Gruben, Gräben und Wege , um Chodkjäwitsch nicht indie Stadt zu lassen.

Während dessen fing es schon zu dunkeln an und noch war keinentschiedener Erfolg erlangt. Da war es dem, welcher das grosseWerk begonnen hatte, beschieden, auch den letzten entscheidendenSchritt zu thun: Minin erbat sich von Posharski Leute, um »denHetman zu besorgen«. »Nimm, welche Du willst«, erwiderte Pos-harski, und Minin nahm drei Dworjane-Ssotnien, ging mit ihnen überden Fluss und stürzte sich auf zwei polnische Rotten (1 zu Fuss und1 zu Pferde), welche im Krymschen Hofe standen. Diese warteten denAngriff nicht ab, sondern eilten in wilder Flucht sich gegenseitig ver-wirrend zu dem Lager Chodkjäwitsch's. Dies sehend brach auchdas russische Fussvolk aus den Gräben, Wegen und Gruben hervor undwarf sich auf das polnische Lager, — wohin ihnen auch die ganze beritteneOpoltschenie folgte. Diesem energischen Stosse hielten die Polen nichtStand, — und Chodkjäwitsch, welcher 500 Mann eingebüsst hatte.— ein für ihn sehr empfindlicher Verlust — räumte sein Lager und zogauf Worobjewy-Gory ab. Die durch den Kampf erhitzten russischenRatniki wollten den Feind dorthin verfolgen, aber die vorsichtigen Wo-jewoden hielten sie davon ab, und nur ein heftiges Feuer setzte sichnoch zwei Stunden lang fort.

Dienstag den 25. August beleuchtete die aufgehende Sonne schonden Rückzug Chodkjäwitsch's auf der Strassenach Mos-