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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 689

Feinden dadurch erleichtert, dass Polen, mit dem es zu kämpfen galt,an der schweren unheilbaren Krankheit innerer Anarchie litt. Die inMoskau befindlichen Polen hatten noch im Herbste 1611 anSigismundgeschickt und erklärt, dass sie länger als bis zum 6. Januar 1612 inMoskau nicht verbleiben würden. Als diese Frist verstrichen war, wähl-ten sie Joseph Zjäklinski zum Marschallk der Conföderation undzogen, 7000 Mann Reiterei stark, nach Polen, um den ihnen zustehendenSold zu fordern. In Moskau war ein Theil des polnischen Heeres Sa-pieha's und ein polnisches Corps zurückgeblieben, das aus Smolenskmit zwei Konezpolski's geschickt worden, und als dessen Haupt-Befehlshaber an Stelle Gonssjäwski's Jacob Potozki seinen Neffen,Struss, geschickt hatte, in der Absicht Chodkjäwitsch zuhemmen.4000 Polen Sapieha's, die sich Chodkjäwitsch angeschlossen habenwürden, Hessen ebenfalls in Folge der Ränke Potozki's diese Absichtfallen und bildeten eine Conföderation, wählten Jan Salinski zu ihremMarschallk und zogen nach Lithauen. Hiernach ist es nicht zu verwun-dern, dass Chodkjäwitsch über ein halbes Jahr unthätig blieb undin dieser ganzen Zeit nur die in Moskau belagerten Polen mit Lebens-mitteln zu versorgen vermochte.

Am 21. August erfuhr Posharski von Chodkjäwitsch's Marschaus Wjasma nach Moskau, am Abend dieses Tages stand Chodkjä-witsch schon an dem Poklonna-Berge. Um ihm den Weg zum Kremlzu verlegen stellte sich die Opoltschenie Posharski's auf dem linkenUfer der Moskwa neben dem Djäwitschen Kloster auf, Trubezkoi'sOpoltschenie aber auf dem rechten Ufer beim Krymschen Hofe. Tru-bezkoi Hess an Posharski sagen, dass um Chodkjäwitsch erfolg-reich von der Seite (in der Flanke) angreifen zu können, er einige be-rittene Ssotnien haben müsse. Posharski wählte fünf der bestenSsotnien und schickte sie ihm. Am 22. August mit Tagesanbruch über-schritt Chodkjäwitsch die Moskwa beim Djäwitschen-Kloster undgriff Posharski an. Der Kampf währte von Sonnen-Aufgang siebenStunden (von 5 bis 12 Uhr) und drohte für Posharski ungünstig zuenden. Dieser Letztere war schon bis zum Tschertolfschen Thore zurück-gedrängt und hatte, da er sah , dass seine Reiterei der polnischen nichtgewachsen war, sie absitzen lassen. Aber in dieser ihr nicht gewohntenFussformation konnte sie kaum dem Angriffe der Polen Stand halten.Während dessen aber stand auf dem andern Ufer die Opoltschenie T r u-bezkoi's in vollkommener Unthätigkeit, die Kasaken sahen ruhigdem Kampfe zu und schimpften sogar in frechster Weise auf das Aufge-bot Posharski's. Aber die Golowy der an Trubezkoi abgegebenenfünf russischen berittenen Ssotnien waren nicht gewillt, so ruhige Zu-schauer des Kampfes zu bleiben, sondern machten sich auf, die Ihrigen