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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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634 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum droissigjährigen Kriege etc.

Auflösung des Tuscliinoers Lagers konnte Wassilji seine recht be-deutenden Hauptkräfte zum Entsatz von Smolensk in Bewegung setzen.Ausserdem beunruhigte Sigismund das Gerücht über den Anmarscheines neuen zarischen und schwedischen Heeres von Nowgorod her. Er-sah sich auf diese Weise in der sehr schwierigen Lage : entweder unterZurücklassung eines Theiles seines Heeres zur Fortsetzung der Bela-gerung von Smolensk mit der Hauptmacht den zarischen und schwe-dischen Truppen entgegen zu rücken und sich den unsicheren Chanceneines Kampfes mit einem numerisch überlegenen Gegner auszusetzen, —oder, wenn er auf der Belagerung von Smolensk beharrte, vor dieserStadt geschlagen zu werden, — oder endlich, um dem zu entgehen, dieBelagerung aufzuheben und ohne Kampf schimpflich nach Polen zurück-zukehren und dadurch die höchste Unzufriedenheit und sogar Aufruhrhervorzurufen. In dieser schwierigen Situation hielt er auf den Rath derbei ihm befindlichen Senatoren es für das Beste, die Sache auf friedlicheWeise zu beenden — und schickte am 19. April seinen KammerherruSlisen nach Moskau mit Briefen für Wassilji und die Bojaren undmit dem Vorschlage, Friedens-Unterhandlungeu zu eröffnen, um unnützesBlutvergiessen zu vermeiden. Aber die zarischen Wojewoden in Mos-haisk Hessen Slisen nicht durch, indem sie ihm erklärten, dass der Zar,aufgebracht über den treulosen Einfall des Königs in russisches Gebiet,entschieden dessen Gesandte nicht annehmen noch in irgend welche Ver-bindung mit ihnen treten werde, ehe Jener nicht die russischen Grenzenverlassen habe.

Von Nowgorod rückte wirklich ein zarisches und schwedisches Heerauf Moskau heran. Chowanski (s. oben) hatte schon im Januar aufseinem Wege Rostow und Kaschin gesäubert, und Hörn hatte am 12.Februar die russische Grenze mit 4000 Mann schwedischer und andererHülfstruppen überschritten. Er Hess jedoch 1500 Mann im IsborskerLande stehen, um die Grenzen von Finnland zu schützen und gegen dieStädte Jami und Iwangorod zu beobachten, welche von den Anhängern desUsurpators stark besetzt waren. Mit den übrigen 2500 Engländern undFranzosen marschirte er langsam auf Nowgorod und von da über Staraja-Russa und Ostaschkow nach Staritza, wo er sich mit Chowanski ver-einigte. Zusammen 7000 Mann stark zogen sie nun auf Rshew, umgingen2000 Saporoger, welche ihnen aus Rshew entgegen geschickt waren,erschienen unvermuthet vor dieser Stadt und machten alle übrigen Sa-poroger nieder, welche sie auf dem linken Ufer der Wolga erreichten;die auf dem rechten Ufer befindlichen konnten aber noch die Vorstadtanzünden und sich in die Festung einschliessen. Am 24. April bemäch-tigten sich Hörn und Chowanski ohne Widerstand Subzows; Z b o -rowski, welcher sich zu dieser Zeit in Chlepen befand, 25 Werst von