628 III. Von Einführung der Feuerwaffen bis zum dreissigjährigen Kriege etc.
verfehlt hatte und nun in Dmitrow erschien. Am andern Tage erhieltSapieha die Nachricht, dass zarische Truppen in erheblicher Stärkeanrückten, er überredete Marina nach Kaluga abzureisen und gab ihr50 Kasaken und einige Deutsche zum Schutze mit.
Die gegen Dmitrow vorrückenden zarischen Truppen marschirten vonSchapilowo heran und gehörten zu Skopin's Truppen-Verbände. Letz-terer, endlich entschlossen die Offensive zu ergreifen, war dennoch leidernicht mit allen seinen Kräften auf Dmitrow marschirt, sondern hattewieder nur das Avantgarden-Regiment mit den Schweden Del a gar die'sund dem Fussvolk Walujew's geschickt, unter dem Oberbefehl desFürsten Kurakin. Am Abend des 17. Februar auf 1 Werst vor Dmitrowangelangt, begann Kurakin sogleich daselbst eine Schanze zu erbauen.Am folgenden Tage entspann sich ein kleines Gefecht, während dessenSapieha sich überzeugte, dass Kurakin etwa 12000 Mann bei sichhabe, gegen die er sich mit den bei ihm befindlichen Truppen (höchstens1500 Mann) unmöglich behaupten konnte. Durch einen langsamen Ab-zug von Dmitrow gerieth er aber in Gefahr, seine zahlreichen über dieWolga entsendeten Fourageurs von sich abgeschnitten zu sehen. Umihre Rückkehr zu ermöglichen, beschloss er also in Dmitrow stehen zubleiben und sich unter dem Schutze der Befestigungen der Stadt zu ver-theidigen. Aber die eigensinnige polnische Schljachta widersetzte sichdem abermals, sie wollte nicht in der ihr ungewohnten Weise hinter Ver-schanzungen kämpfen, sondern verlangte ins Feld hinausgeführt zuwerden, versprach sich nicht von der Stadt zu entfernen und den bei derStadt befindlichen Tabor der donschen Kasaken zu beschützen. Sapiehawar genöthigt, am 19. Februar seine Truppen aus der Stadt zu demKasaken-Tabor zu fuhren, dort aber stiessen sie auf K u r a k i n' s so anKräften überlegenes Corps, dass sie keinen Kampf mit demselben wag-ten, sondern in die Stadt zurückkehrten, nicht ohne Verluste. Kurakinverfolgte sie lebhaft bis an die Thore der Stadt, dann aber überfiel erden Kasaken-Tabor und nahm ihn mit sammt der darin befindlichenreichen Beute weg.
Am folgenden Tage (20. Februar) wollte Kurakin Dmitrow mitSturm nehmen. Da aber passirte ihm dasselbe, was Tags vorherSapieha geschehen war: die Schweden weigerten sich zum Sturm zugehen und kehrten zum Troizko-Kloster zurück (vielleicht, weil sie sichnicht grossen Verlusten aussetzen wollten, oder auch deshalb, weil sie denFeind schonen wollten, —■ wie die Russen sie im Verdacht hatten: dochist dies weniger wahrscheinlich, als die erstere Annahme). In Folge dessenschob Kurakin den Sturm auf Dmitrow auf, — wie es scheint — ganzunnützer Weise, denn nach Entfernung der Schweden hatte er noch immergenug russische Truppen bei sich, um es mit den 1500 Mann Sapieha's