Beraerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 627
ihre Rettung glauben. Eine ganze "Woche lang vermutheten sie. classSapieha nur zeitweilig zu irgend welchem Kriegs-Unternehmen abge-gerückt sei und demnächst wiederkommen werde. Endlich am 20. Januar,da er noch nicht zurückgekehrt war, zweifelten sie nicht länger an ihrerBefreiung und schickten einen von den Kloster-Aeltesten, Makarji.nach Moskau zum Zaren mit der erfreulichen Nachricht.
Sapieha war gerade zu rechter Zeit abgezogen: am 17. Januartraf endlich in Alexandrowska-Sloboda die so sehnlich you Skopin er-wartete Verstärkung aus Schweden ein, 3000 Mann stark, mit denen nunDelagardie wieder 5000 fremdländischer Hülfstruppen bei sich hatte.Nun besann sich auch Skopin nicht länger, zur Offensive überzugehen,er selbst mit den Hauptkräften gegen das Troizko-Kloster, währendFürst Iwan Andrejewitsch Chowanski den Befehl erhielt mit4500 Katniki auf Rostow, Kaschin, 1 wer und Staritza zu gehen, demunter Führung von Ewert Hörn aus Wyborg heranziehenden neuenschwedischen Heere entgegen, mit welchem vereinigt Chowanski dannauf die Verbindungen des Tuschinoer Lagers mit demHeere Sigismund'svor Smolensk operiren sollte.
Skopin traf am 28. Januar im Troizko-Kloster ein, und da dertiefe Schnee die Verbindungen wie die Kriegs-Märsche und -Operationenerschwerte, so entschloss er sich in Schapilowo, 8 Werst vom Kloster ander Strasse nach Dmitrow stehen zu bleiben. Aber nach der von ihmangenommenen behutsamen Art der Kriegführung (wie schon erwähntwar es Delagardie's Einfluss und das Beispiel der Operationen desPrinzen Moritz in den Niederlanden, wonach er verfuhr, d. h. er schobseine Hauptkräfte nicht anders vor, als von einem festen Punkte zumandern) liess er, bevor er nach Schapilowo weiter ging, daselbst eineVerschanzung erbauen. Sapieha wollte das verhindern und rückte mit1000 Mann polnischer Reiterei nach Schapilowo, aber die Schljachtaweigerte sich alles Zuredens unerachtet anzugreifen und veranlasste ihnnach Dmitrow zurückzugehen.
Nachdem die Schanze in Schapilowo erbaut war, zog Skopin dort-hin und schickte kleine Corps nach allen Richtungen aus, den Feind zubedrängen und dessen Fourageurs abzufangen. In Folge dessen wurdees für Sapieha so schwer, in der Umgegend von Dmitrow zu fouragiren,dass er gezwungen war, einen grossen Theil seiner Truppen zu gleichemZwecke über die Wolga zu schicken. Zu dieser Sorge gesellte sich un-erwartet eine zweite für ihn: am 16. Februar traf plötzlich Marina beiihm ein, welche nach Kaluga hatte durchdringen wollen, aber den Weg
der Belagerung sich in den Klostermagazinen noch lü Tschetwert Mehl, 50 Tschet-wert Zwieback und eine grosse Menge Hafer vorfanden.