Bemerkenswertheste Kriege und Feldzüge. 625
gebigen, aber weit aussehenden und unbestimmten Versprechungen,durch die sie keineswegs befriedigt waren. Und damit wurden sie dennDach Tuschino entlassen, wohin am 19. Februar auch die russischen Ge-sandten abreisten, mit der Versicherung, dass ihnen der BrazlawscheWojewode mit einem hinlänglichen Heere zur erforderlichen Unter-stützung der Tuschinoer Polen und Russen nachfolgen solle.
Alle diese Details der Unterhandlungen zwischen Letzteren undSigismund muss man im Auge behalten, um sich über die verschie-denen gegenseitigen Beziehungen zwischen Sigismund, den Tuschi-noer Polen und Russen, dem Usurpator inKaluga, und Wassilji, sowieüber die nachfolgenden Kriegsereignisse klar zu werden.
Während das Geschilderte sich in Tuschino , Kaluga und vor Smo-lensk zugetragen hatte, wartete Skopin, um die Angriffs-Operationenzu eröffnen, nur noch auf das Eintreffen von Verstärkungen aus Schweden.Seine Hoffnung aber wäre fast nicht in Erfüllung gegangen, weil derBischof Sylvester und die Bewohner von Korelja diese Stadt und derenBezirk nicht an die Schweden übergeben wollten und sich in der Festungeinschlössen. Die Schweden Hessen in Folge davon ihre Truppen halten,welche schon durch Delagardie aus Narva und Wyborg in Bewegunggesetzt waren. Skopin aber gelanges, Delagardie zu überzeugen,dass die russische Regierung an dem Widerstände der Korelzer gar kei-nen Theil habe und in einen neuen Vertrag willigte, durch welchenDelagardie sich verpflichtete dem haltengebliebenen 4000 Mann star-ken schwedischen Heere zu befehlen, dass es sofort zur Vereinigung mitihm aufbrechen solle, während Skopin in Wassilji's Namen ver-sprach , diesem Corps die ganze Summe zu zahlen, welche für das erstenoch in Nowgorod vereinbart war, ausserdem aber, unabhängig von derAbtretung Korelja's. nach Beendigung des Krieges den König von Schwe-den für die von ihm getragenen Verluste durch eine erneute Abtretung einesrussischen Gebiets-Theiles reichlich zu entschädigen. Wie drückendauch diese Bedingungen waren, Wassilji bestätigte auch diesen Vertrag.
Aber das schwedische Corps hatte von Narva und Wyborg bis zumAlexandrowska-Dorfe einen weiten Weg zu machen, und vor seinemEintreffen mochte Skopin keine entscheidenden Operationen wagen.Um aber nicht unnütz Zeit zu verlieren, beschloss er in früherer Weisevereinzelte Expeditionen auszuführen. Vor Allem wollte er Lissowski,der in seinem Rücken stand, aus Susdal vertreiben. Die dazu mit einemstarken Corps russischer und schwedischer Truppen ausgesendetenFürsten Lykow und Borjatinski langten in der Nacht bei Susdal anund drangen in die Vorstadt ein. Lissowski aber wehrte sie ab, undnur die Finsterniss der Nacht rettete sie vor gänzlicher Niederlage.