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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Benierkenswertheste Kriege und Feldzüge. 623

Der Usurpator hatte sich in Kaluga eingeschlossen und die Ueber-zeugung gewonnen, dass er von den Polen keinerlei Unterstützung mehr zugewärtigen habe; er beschloss diese, gleich Bolotnikow, auf der Seiteder russischen Leibeigenen, der leibeigenen Leute der Bojaren, Dwor-jane und Bojaren-Kinder zu suchen, und sie gauz in seine Hände zubringen, indem er ihre bösen Triebe erweckte. Zu diesem Zwecke schritter gleich wieder zu seinen heimlichen Bänken und Intriguen. Die Kalu-ganer verdoppelten ihre frühere Anhänglichkeit an ihn, und bald sam-melte sich um ihn eine Opoltschenje von aufrührerischen Leibeigenen,sogar auch von donscheu Kasaken, welche ihm der von jeher verräthe-rische und verstockte Bebell Schachowskoi aus Zarewa-Saimiscktschezugeführt hatte.

Der Prätendent hätte gern auch einen Theil der Tuschinoer Polen ansich gelockt, das gelang ihm aber nicht und er wäre beinah in ihreHände gefallen. Um aber seine Macht aufrecht zu erhalten, griff er, ganzwie Bolotnikow, zu Grausamkeit und Schrecken. Ausser dem vonSchachowskoi herangeführten Corps zog noch ein anderes aus Ser-puchow nach Kaluga, wo es unter Ml o zki gestanden hatte. Der Letzteresetzte den Kasaken nach, seinen Tross in Serpuchow zurücklassend,während er aber mit den Kasaken focht, plünderten die Einwohner vonSerpuchow seinen Tross. Seiner Habe und Verpflegungsmittel beraubt,zog er nach Borowsk ab, fiel aber bald unvermuthet über Serpuchowher, erstürmte und verbrannte es, brach dann, da er erfuhr, dass Bo-rowsk sich Wassilji zu unterwerfen anschicke, ungesäumt wiederdahin auf, und es gelang ihm es wieder zu besetzen gerade in dem Au-genblick, als 600 moskauische Strelitzen in das der Stadt gehörige Paf-nutiewski - Kloster zogen. Wassilji schickte noch 2000 Mann dahin,welchen Mlozki ein Treffen lieferte, er wurde aber von ihnen geschlagen,zog nach Moshaisk ab und begab sich bald danach für seine Person zuSigismund vor Smolensk.

Noch 3000 donsche Kasaken wandten sich nach Kaluga zum Prä-tendenten aus Tuschino, bewogen durch die listigen und kläglichenBitten der verschmitzten Marina. Ihr Ataman Zaruzki, der sich schonzu Sigismund geschlagen hatte, wollte sie mit bewaffneter Hand auf-halten, vermochte das aber nicht. Koszinski eilte ihm zu Hülfe undstreckte einen grossen Theil der Kasaken auf dem Platze nieder, dieübrigen Ssotnien stiessen unterwegs auf Mlozki, erlitten von diesemeine neue Niederlage, und in Kaluga kamen nur sehr wenige an.

Inzwischen war die Belagerung von Smolensk immer noch nicht vor-gerückt, man war von der erfolglosen Beschiessung zum Minenkriegeübergegangen, aber gleichfalls ohne Erfolg und Nutzen. Mit dem heran-nahenden Frühling hörte die Belagerung sogar ganz auf, Sigismund