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Abth. 2, Das Mittelalter Bd. 2 (1885) Von der Einführung der Feuerwaffen bis zum 30jährigen Kriege : (1350 - 1618)
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Benierkenswertheste Kriege und Felclzüge. 619

jedoch in ihnen nicht unversöhnliche Feinde zu erwecken, begegneteman ihnen persönlich sehr zuvorkommend und entliess sie.

Auch die Truppen Sapieha's schickten aus ihrer Mitte 2 Gesandtean den König, welche eine bescheidenere und passendere Spracheführten und dem Könige ein heimliches Schreiben Sapieha's über-reichten , welcher darin Rathschläge ertheilte, die auf Sicherung desKriegs-Erfolges und Schutz der Person des Königs abzielten.

Während dieser fortgesetzten Unterhandlungen rückte die Be-lagerung von Smolensk nicht vor. Umsonst erbaute Sholkjäwskinoch eine Batterie auf dem Berge, aus welcher man den Theil der Stadtbeschiessen konnte, in welchen die Wojewoden eine Unterkunft undSchutz gegen das Feuer von Dorogostaisski's Geschützen gesuchthatten. Die Belagerten ertrugen standhaft die Zerstörung der Stadt undwiesen alle Aufforderungen zur Uebergabe ab. Ihre Unbeugsamkeit er-kennend, versuchten die Belagerer das gemeine Volk und den Pöbel vonSmolensk zur Uebergabe der Stadt aufzureizen, indem sie ihnen ver-schiedene Gnaden in Aussicht stellten, aber ohne Resultat. Die Haupt-sorge der Belagerten ging auf Beschaffung von Holz und Wasser, wozusie häufige Ausfälle gegen den Dnjepr machten und endlich eine Ver-bindung mit ihm herstellten, indem es ihnen gelang einen Graben vomPjatnitzker Wasserthor bis zum Ufer zu führen.

Von Bjelaja schritten die Saporoger und Polen Gonssjäwski'szum Sturm, wurden aber abgeschlagen, worauf der König ihnen vierPjätigorsker-Compagnieen (Rotten) und eine Abtheilung Tataren zuHülfe schickte.

Inzwischen erschienen am 4. Dezember in Tuschino die königlichenAbgesandten mit 300 Mann Fussvolk und 400 Pikeniren; ihre übrigenTruppen waren in Moshaisk zurückgeblieben, um im Tuschinoer Lagerkeine Hungersnoth hervor zu bringen, wo sich schon Mangel an Lebens-mitteln zeigte. Am 8. Dezember ward ein Kolo zum Anhören der Ge-sandten zusammenberufen. Nachdem sie gehört worden, erwiderte derOberst Witowski im Namen des Heeres, dass es dem Könige treubleibe, aber um schriftliche Mittheilungen bitte. Am andern Tage wardas ganze Lager in Aufruhr: die Minorität wollte für sich eine ganzunmässige Bezahlung fordern, die Majorität aber war weit ver-nünftiger, da sie einen Angriff sowohl von Skopin wie von den könig-lichen Truppen fürchtete, sie bezeigte sogar viel Nachgiebigkeit. Endlichnach längeren Debatten und Zänkereien beschloss man am 17. Dezemberje zwei Gehülfen von jeder Rotte behufs Verhandeins mit den Gesandtenzu deputiren.

Diese Unterhandlungen beunruhigten den Prätendenten ernstlich,den die Polen nur um ihres persönlichen Vortheils willen mit dem Titel